Archiv der Kategorie: so nicht

Stickoxid-Grenzwertüberschreitung in Darmstadt

In Stuttgart gab es diese Woche ein Gerichtsurteil, welches die Autobauer und Politiker aufschrecken ließ: Fahrverbote bei Überschreitung der Stickoxid-Grenzwerte seien erforderlich!

Das Urteil ist erstmal nicht rechtskräftig, und gilt auch nur für Stuttgart. Dennoch lohnt es sich, die Darmstädter Luftwerte anzusehen. Denn auch in Darmstadt hat die Deutsche Umwelthilfe eine Klage laufen.

Stickoxid-Messwerte Januar bis Juli 2017 in Darmstadt (Station Hügelstraße).
Datenquelle: HLNUG
Grafik: M. Huth

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Gehwegparken im Woogsviertel wird weiter toleriert

Viele Gehwege im Woogsviertel werden als Parkplatz missbraucht. Dies ist illegal, doch die Stadtregierung schaut weg.

Dies soll sich so schnell nicht ändern: in der Magistratsvorlage 2017/0078 zur Einführung der Parkraumbewirtschaftung im Kapellplatzviertel ist ein „Parkraumbewirtschaftungskonzept“ eines Verkehrsplanungsbüros beigefügt, in dem steht (S. 18):

Für das Woogsviertel soll zunächst keine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung eingeführt werden. Stattdessen werden im Folgenden einige Einzelmaßnahmen empfohlen, mit denen zunächst begonnen werden kann. Nach Beginn der Parkraumbewirtschaftung im Kapellplatzviertel sollte die Situation im Woogsviertel beobachtet und das Thema Parkraumbewirtschaftung bei Bedarf angegangen werden.

(1) Kein Gehwegparken entlang der empfohlenen Schulwege

Um für Schulkinder den Weg zur Schule sicher zu gestalten, sollte auf den empfohlenen Schulwegen aus den Schulwegeplänen nicht auf den Gehwegen geparkt werden. Im Woogsviertel sind davon die Kiesstraße und die Soderstraße betroffen. Entlang dieser Straßen sollte das Parken am Straßenrand nur einseitig zugelassen werden. So können die Gehwege frei und die Straßen befahrbar bleiben.

(2) Umwandlung von Straßenzügen in verkehrsberuhigte Bereiche mit Umwandlung der Gehwege in Parkstreifen

Es wird vorgeschlagen, einige Straßenzüge im Woogsviertel in verkehrsberuhigte Bereiche umzuwandeln. Die Gehwege werden dabei in Parkstreifen umgewandelt. Die vorhandenen Grundstückszufahrten und Hauseingänge müssen dabei freigehalten werden. Beispielsweise die Wienerstraße und die Gervinusstraße kämen für diese Maßnahme in Frage, da hier nur eine geringe Anzahl an Parkplätzen wegfallen würde.

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Tunnel unter dem Oberfeld?

Die Nordostumgehung wurde – zum Glück – nicht realisiert. Doch einige Politiker träumen weiter von einer Umgehungsstraße.

Darmstadts Oberbürgermeister Jochen Partsch sowie der Landrat des Kreises Darmstadt-Dieburg haben dem Darmstädter Echo gegenüber bestätigt, dass der Wunsch nach einer Umgehungstrasse da ist, aber keine konkrete Trasse im Gespräch ist. Tunnel unter dem Oberfeld? weiterlesen

Warum der Radschnellweg Darmstadt-Frankfurt kein Schnellweg ist

Die Pendler zwischen Darmstadt und Frankfurt sollen vom Auto aufs Rad umsteigen. Dafür wird ein Radschnellweg zwischen den beiden Städten geplant.

In diesem Artikel zeige ich, warum der Radschnellweg momentan seinen Namen nicht verdient, und was sich aus meiner Sicht ändern müßte. Warum der Radschnellweg Darmstadt-Frankfurt kein Schnellweg ist weiterlesen

Odenwaldbahn will laute Türpieper nicht leiser machen

Wer schon mal mit der Odenwaldbahn gefahren ist, weiss, wovon die Rede ist: Die Warnsignale beim Schließen der Türen.

Die Lautstärke ist für mich nur auszuhalten, indem ich mir die Ohren zuhalte.  Das Geräusch ist gefühlt wesentlich lauter als in der S-Bahn bzw. den Regionalbahnen nach Frankfurt / Mainz bzw. der Darmstädter Straßenbahn.

Ich habe herausgefunden, dass der Gesetzgeber die Möglichkeit gibt, die Lautstärke an die Umgebung anzupassen.
Ich habe dem Betreiber der Odenwaldbahn vorgeschlagen, die Türpieper entsprechend umzurüsten.

Folgende Mail erreichte mich heute (Auszüge, Markierungen von mir):

Die Itinos sind bereits beim Bau Anfang der 2000er Jahre mit Warntongebern ausgestattet worden und damit vor der von Ihnen genannten EU-Regelung TSI PRM 1300_2014. Die Lautstärke der Warntongeber ist nicht variabel, entspricht aber der anderer Fahrzeuge sowie den rechtlichen Anforderungen.

Ein denkbarer Austausch der Warntongeber wäre mit hohen Aufwänden verbunden. Zudem ist uns neben Ihrer keine weitere Kritik an den Warntönen bei der Odenwaldbahn bekannt. Da der Itino pro Fahrzeugseite lediglich zwei Türen aufweist, befindet sich im Innenraum auch nur ein kleiner Teil der Sitzplätze in unmittelbarer Türnähe. Wir sehen daher keine Notwendigkeit des Austauschs der Warntongeber.

Die Pieptöne bleiben also so laut, weil der Umbau Geld kostet, und weil sich noch niemand darüber beschwert hat.

Wer sich von den lauten Türpiepern in der Odenwaldbahn gestört fühlt, kann gerne an kundenanliegen@rmv.de bzw. info@fahma-rheinmain.de schreiben, und den Einbau einer Lautstärkeregelung fordern.

Trump und andere Katastrophen

Heute wurde Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt.

Das nehme ich zum Anlass, einige schlechte Nachrichten zusammenzustellen. Die guten Nachrichten gibt’s dann morgen wieder..

  1. Trump leugnet den Klimawandel
    Eine konsequente Umsetzung des historischen Pariser Abkommens ist von Trump nicht zu erwarten. Im Gegenteil kündigte er an, beispielsweise die US-Milliardenzahlungen an UN-Klimaschutzprogramme zu stoppen und Restriktionen für fossile Energien aufzuheben. (Quelle: tagesschau.de)
    Zitat eines Politikwissenschaftlers: „Was ich am schlimmsten finde, ist seine Unberechenbarkeit: Wie schnell er beleidigend wird, wie oft er andere Leute unterbricht, wie schwierig es für ihn ist zuzuhören.“ (Quelle: tagesschau.de)
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  2. Klimaschutzplan gescheitert
    Es gab mal einen ambitionierten Entwurf für einen Klimaschutzplan, entworfen von unserer Bundesumweltministerin Barbara Hendricks. Nach diversen Interventionen ist davon nichts mehr übrig. Es gibt keinen Klimaschutzplan mehr. (Quelle: Telepolis)
    – SPD und CDU wollen keinen Kohleausstieg
    – CDU und CSU wollen kein Ende des Verbrennungsmotors
    – viele Politiker wollen neue Braunkohle-Tagebaue
    Es gilt: Erst der Kapitalismus, dann das Klima.
    (Ich empfehle die Lektüre des Buches: „Die Entscheidung. Kapitalismus vs. Klima“ von Naomi Klein)
    [Update 12.11.: Es wird wohl doch einen „Klimaschutzplan“ geben. In dem Papier wird aber kaum noch etwas vom ursprünglichen Entwurf übrigbleiben. Quelle: tagesschau.de]
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  3. Erneuerbare Energien werden weiter gebremst
    Der Verkauf von Solaranlagen wird verboten, und nach Reparaturen an Solaranlagen muss man eine Gebühr zahlen, wenn man seinen selbsterzeugten Strom verbraucht.
    Das soll in der nächsten EEG-Änderung stehen, die vom Bundeswirschaftsministerium geplant wird. (Quelle: Magazin „Erneuerbare Energien„)
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  4. Fast nur Straßenbau im Bundesverkehrswegeplan
    514 Ortsumfahrungen sollen in den nächsten Jahren gebaut werden. Alternativvorschläge von Umweltverbänden wurden ignoriert. (Quelle: BUND)

Kapitalismus vs. Klima

Das Thema Klimawandel ist nicht der Schwerpunkt dieses Blogs, aber ich möchte doch einmal meiner Sorge Ausdruck verleihen.

Die FAZ hat am 10. Juni einen Artikel veröffentlicht mit dem Titel „Länder gegen härtere Klimaschutzziele“. Thema ist der Klimaschutzplan 2050 des Bundesumweltministeriums.

Verschiedene Politiker und Lobbyisten sorgen sich, dass Klimaschutzmaßnahmen der Wirtschaft schaden könnten. Sie wollen weiter Kohle verbrennen. Kapitalismus vs. Klima weiterlesen

Grüne Welle für bessere Luft?

Die Stadt Darmstadt muss für bessere Luft sorgen, denn die Grenzwerte für Stickoxide werden nicht eingehalten.

Im Luftreinhalteplan (PDF) (Link) steht als eine Maßnahme: „Besserer Verkehrsfluss.“ Die Idee dahinter ist, dass das Anfahren an Ampeln viele Schadstoffe ausstößt, und Autos am Besten mit einer „Grünen Welle“ durch die Stadt fahren.

Grundlage hierfür ist ein Gutachten (PDF) des Büros IVU Umwelt GmbH (Link). In dem Gutachten aus dem Jahr 2014 wird die „Einführung einer regelbasierten Versatzzeitoptimierung“ in Darmstadt simuliert.

Das Ergebnis der Simulation ist:

a) Einführung im Bereich der Kasino- und Hindenburgstraße

Die Wirkung dieser Maßnahme auf die Gesamtemissionen im Untersuchungsgebiet (Stadtgebiet) ist vernachlässigbar (-0,2 %). An der Strecke selbst verringern sich die Emissionen um bis zu 7% (S. 97)

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Darmstadt wieder schlechteste Luft Hessens

Im Jahr 2015 hat Darmstadt wieder den zweifelhaften Titel „Schlechteste Luft Hessens“ erhalten.

In keiner anderen Stadt Hessens wurde 2015 ein höherer Jahresmittelwert bei der Belastung der Atemluft mit gesundheitsschädlichem Stickoxiden – Stickstoffmonoxid und Stickstoffdioxid – verzeichnet.

An der Station Hügelstraße wird der maximal zulässige Jahresmittelwert von 40 µg/m3 Luft um satte 50 Prozent überschritten. Das ist der zwölfthöchste Wert Deutschlands. Darmstadt wieder schlechteste Luft Hessens weiterlesen

Gehwegbreiten bei Neuplanung – Beispiel Weiterstädter Straße

Die Weiterstädter Straße in Darmstadt-Arheilgen führt von der Ortsteilmitte zum Bahnhof und zum Friedhof. Deshalb wird sie häufig von Fußgängern benutzt.

 

Die Straße ist sanierungsbedürftig und soll grundlegend erneuert werden. Welche Gehwegbreiten wurden hier angesetzt? Gehwegbreiten bei Neuplanung – Beispiel Weiterstädter Straße weiterlesen

Parkraumbewirtschaftung – Fazit Grün-Schwarz

Die Parkraumbewirtschaftung in den Innenstadtvierteln in Kombination mit einem Ende des Gehwegparkens wird seit vielen Jahren angekündigt, aber kaum etwas ist passiert.

  • Es wurden zwei große Parkplätze hergerichtet (östlicher Mercksplatz 2015 und westlicher Marienplatz Februar 2016), die Erhebung von Gebühren wurde angekündigt, aber nicht umgesetzt.
  • Die Darmstädter Stadtentwicklungsgesellschaft (DSE), welche die Parkraumbewirtschaftung managen soll, existiert bereits seit Juli 2015, kommt aber anscheinend nicht aus dem Quark. Seit März 2016 gibt es mit Andreas Heckmann einen neuen Geschäftsführer (Echo-Artikel).
  • Im Haushalt 2016 wurde – unter Protest der SPD – der Kauf von Parkautomaten vorgesehen.
  • Die Parkgebührensatzung wurde überarbeitet. Nun ist es auch theoretisch möglich, Monats-Parktickets zu kaufen.
  • In den Modellgebieten Woogsviertel/Kapellplatzviertel (Juli 2015) sowie Johannesviertel (Februar 2016) wurden die Bürgerbeteiligungen durchgeführt.
  • Als erstes soll wohl das Kapellplatzviertel mit Anwohnerparken bedacht werden. Wann??
  • Das Thema „Gehwege frei“ wurde in der Magistratsvorlage berücksichtigt, aber nichts, aber auch gar nichts, ist dementsprechend umgesetzt worden.

Im Wahlkampf war das Thema Parkraumbewirtschaftung quasi nicht vorhanden.

Nächsten Sonntag sind Kommunalwahlen. Mal sehen, ob die neue Koalition das Thema einmottet oder weiter angeht.

Diesel verteuern? Nicht mit unserem Verkehrsminister!

Viele Kommunen haben ein massives Problem mit der Luftverschmutzung.

Vor allem die Grenzwerte für Stickoxid werden z.B. in Darmstadt regelmäßig überschritten (Blog-Eintrag). Die Grenzwerte sind:

  • 1-h Wert: 200 µg/m3 (zulässige Überschreitungshäufigkeit pro Jahr: 18-mal)
  • Jahresmittel: 40 µg/m3.

(Quelle: HLUG)

Die Hauptquelle für Stickoxide sind die Abgase von Dieselfahrzeugen.

Die sinnvollste  Maßnahme für bessere Luft ist demnach die Reduktion von Dieselabgasen.

Dazu hat das Umweltbundesamt vorgeschlagen, die Subventionen für eine vergünstigte Dieselsteuer abzuschaffen. Das würde die Attraktivität von Dieselfahrzeugen verringern.

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Schutzstreifen ohne Abstand zu parkenden Fahrzeugen

An vielen Straßen sind Schutzstreifen markiert, um Radfahrer sicher zu führen.

Gemäß der „Empfehlungen für Radverkehrsanlagen“ muss zwischen dem Schutzstreifen und parkenden Fahrzeugen ein Sicherheitsraum von 50 cm eingehalten werden (mindestens 25 cm).

Schutzstreifen
Quelle: ADFC

Bei der Planung der Markierung wird dies jedoch häufig übersehen.

Hier zwei Beispiele aus der Dieburger Straße in Darmstadt und aus Mainz.

Schutzstreifen Dieburger Str
Schutzstreifen an der Dieburger Straße in Darmstadt. Es gibt keinen Sicherheitsraum zu parkenden Fahrzeugen.
Schutzstreifen Mainz
Schutzstreifen an einer Straße in Mainz. Es gibt keinen Sicherheitsraum zu parkenden Fahrzeugen.
Schutzstreifen ohne Schutzfunktion für Radfahrer auf der L3103 in Jugenheim an der Bergstraße
Schutzstreifen ohne Schutzfunktion für Radfahrer auf der L3103 in Jugenheim an der Bergstraße

Zu den verschiedenen Führungsformen für Radfahrer habe ich einen Blogeintrag erstellt.

Schutzstreifen sind nicht unumstritten, wie dieser Artikel zeigt.

Schwarzfahren 50% teurer – Fragen an die Bundesregierung

Schwarzfahren kostet ab 1. August 60 Euro. Vorher hat es 15 Jahre lang 40 EUR gekostet. (RMV)

Falschparken wird aber nicht teurer. Mit nur 15-35 Euro ist man dabei. (Bußgeldkatalog)

Die Grüne Bundestagsfraktion hat dazu einige Fragen an die Bundesregierung gestellt (Drucksache 18/5358). Die Antworten der Bundesregierung (Drucksache 18/5561 vom 15.7.15) sind gekürzt beigefügt: Schwarzfahren 50% teurer – Fragen an die Bundesregierung weiterlesen

Linksabbiegen in der Bismarckstraße wird gefährlich

Die Darmstädter Bismarckstraße wird momentan komplett neu gestaltet. Die Straßenbahn bekommt einen eigenen Gleiskörper. Für Fahrradfahrer wird es zukünftig einen Schutzstreifen geben. (Projektseite der Stadt)

Leider wird für Linksabbieger bisher keine Schutzmöglichkeit vorgesehen.

Umbau der Bismarckstraße im Bereich der blauen Linie. Kreuzung mit der Doliviostraße: Marker.
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Elektromobilitätsgesetz – bitte nicht in Darmstadt

Die Verkehrswende ist nur möglich, wenn die Autos nicht mehr mit Verbrennungsmotor (Benzin / Diesel) fahren.

Seit 1. April 2015 gilt das Elektromobilitätsgesetz (EmoG).

Was verspricht das Gesetz?

Für Elektrofahrzeuge sollen Sonderrechte geschaffen werden, z.B.:

  • besondere Parkplätze an Ladestationen im öffentlichen Raum zu reservieren,
  • Parkgebühren für diese Fahrzeuge zu reduzieren oder zu erlassen und
  • Elektrofahrzeuge von bestimmten Zufahrtsbeschränkungen auszunehmen, die zum Beispiel aus Gründen des Schutzes vor Lärm und Abgasen angeordnet werden. (z.B. Freigabe von Busspuren)

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