Archiv der Kategorie: aus der Zeitung

Darmstadt will Rechtsabbiegen bei Rot für Radfahrer erlauben

Grüner Pfeil an einer Fahrradampel in München. Bild: KVR

Der Magistrat wird von Grünen und CDU in einem Antrag gebeten, die Voraussetzungen für einen Feldversuch „Rechtsabbiegerpfeil für Fahrradfahrende“ zu prüfen.
(Magistratsvorlage SV-2017-0033). In der Stadtverordnetenversammlung am 7.11.2017 wird darüber beschlossen werden.

Der Text der Vorlage lautet:

„Die Verwaltung wird beauftragt, sich mit der AG Nahmobilität Hessen in Verbindung zu setzen, um die Voraussetzungen für einen Pilotversuch „Rechtsabbiegepfeil für Fahrradfahrende“ zu prüfen und hierfür geeignete
Straßenkreuzungen vorzuschlagen. Als Vorbild eignet sich das in Basel seit 2013 durchgeführte Pilotprojekt, das Grünpfeilschild an Fahrradampeln in München oder das
Pilotprojekt ‚Rechtsabbiegen für Radler bei Rotlicht‘ in Wiesbaden.
Das Ergebnis der Prüfung wird dem Ausschuss für Bauen, Stadtplanung, Verkehr und Liegenschaften vorstellt.“

Der Vorstoß ist sehr erfreulich. Bereits in anderen Städten wurden solche Anträge eingereicht, wie z.B. Krefeld, Köln, Aachen und Düsseldorf.

Vorbild ist u.a. München, wo bereits seit dem Jahr 2006 ein Grünpfeilschild an einer Fahrradampel montiert ist.

http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/gruene-und-cdu-fordern-rechtsabbiegerpfeil-fuer-radfahrer-in-darmstadt–adfc-sieht-sicherheitsgewinn_18221327.htm

Die Wurzel unseres Wohlstandes

Was ist die „Wurzel unseres Wohlstandes“?

Die Antwort gab heute Horst Seehofer:

„Ein Verbot des Verbrennungsmotors legt die Axt an die Wurzel unseres Wohlstands“

, sagte der bayerische Ministerpräsident den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Unsere (Noch?)-Kanzlerin Merkel sagte, dass Verbrennungsmotoren eine „Brückentechnologie“ seien.

Auch ihr Herausforderer Martin Schulz sagte:

„Als Brückentechnologie wird es auch den Dieselantrieb noch lange geben“

Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/btw17/seehofer-verbrennungsmotor-bedingung-101.html

Wer ein baldiges Ende des Verbrennungsmotors (und der Kohleverstromung) wünscht, sollte also weder CDU/CSU noch der SPD seine Stimme schenken.

Kommentar zum Dieselgipfel

Zum Dieselgipfel Anfang August 2017 wurde schon viel geschrieben.

Deshalb verweise ich hier nur auf den Kommentar der „Zeit“:

http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-08/dieselgipfel-vw-software-bundesregierung-autokonzerne

*** Update 31.8.2017 ***

Inzwischen wurden von der Deutschen Umwelthilfe Rechtsverfahren gegen 45 weitere Städte eingeleitet, in denen die Stickoxid-Grenzwerte regelmäßig überschritten werden.

Pressemeldung der DUH mit Liste der verklagten Städte:

http://www.duh.de/pressemitteilung/deutsche-umwelthilfe-hat-weitere-45-formale-rechtsverfahren-fuer-saubere-luft-in-unseren-staedten-ei/

Auto-Mitfahrangebote in Da-Di

Wer alleine Auto fährt, verbraucht viel Platz und hat einen hohen Schadstoffausstoß. Und natürlich muss man die Kosten alleine tragen.

Es spricht also vieles dafür, die vier freien Couch-Plätze im eigenen Auto mit Mitfahrern zu besetzen.

Es gibt zwei Initiativen, welche in Darmstadt und im Odenwaldkreis aktiv sind: Auto-Mitfahrangebote in Da-Di weiterlesen

TU-Parkhäuser – Wann ist die öffentliche Nutzung möglich?

Im Martinsviertel gibt es weniger Parkplätze als Autos. Deshalb toleriert die Stadt, dass illegal auf Gehwegen geparkt wird. Dabei gibt es in zentraler Lage ein großes Parkhaus: das TU-Parkhaus in der Ruthsstraße. (TU = Technische Universität Darmstadt)

Dieses Parkhaus hat allerdings einen großen Haken: es ist nur für TU-Angehörige zugänglich.

Was müsste sich ändern, damit das Parkhaus für die öffentliche Nutzung freigegeben wird? TU-Parkhäuser – Wann ist die öffentliche Nutzung möglich? weiterlesen

Diesel verteuern? Nicht mit unserem Verkehrsminister!

Viele Kommunen haben ein massives Problem mit der Luftverschmutzung.

Vor allem die Grenzwerte für Stickoxid werden z.B. in Darmstadt regelmäßig überschritten (Blog-Eintrag). Die Grenzwerte sind:

  • 1-h Wert: 200 µg/m3 (zulässige Überschreitungshäufigkeit pro Jahr: 18-mal)
  • Jahresmittel: 40 µg/m3.

(Quelle: HLUG)

Die Hauptquelle für Stickoxide sind die Abgase von Dieselfahrzeugen.

Die sinnvollste  Maßnahme für bessere Luft ist demnach die Reduktion von Dieselabgasen.

Dazu hat das Umweltbundesamt vorgeschlagen, die Subventionen für eine vergünstigte Dieselsteuer abzuschaffen. Das würde die Attraktivität von Dieselfahrzeugen verringern.

Diesel verteuern? Nicht mit unserem Verkehrsminister! weiterlesen

Fahrverbote bei schlechter Luft?

Darmstadt hat die dreckigste Luft Hessens.

Die Stickoxid-Grenzwerte werden regelmäßig überschritten. Es gibt einen Aktionsplan, der aber nicht ausreichend ist. Auch die beschlossene Fortschreibung (Ausweisung einer Umweltzone, Erweiterung LKW-Durchfahrtverbot) wird die Schadstoffe nicht davon abhalten, weiter die Grenzwerte zu überschreiten.

In Stuttgart gibt es jetzt die Idee, Fahrverbote einzurichten.
Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann sagte, dass ab 2017 nur noch abwechselnd Fahrzeuge mit geraden und ungeraden Kennzeichen fahren dürften. Fahrverbote bei schlechter Luft? weiterlesen

Autos für junge Menschen kein Statussymbol

Das Auto als Statussymbol? Für viele junge Menschen eher nicht.

Eine Umfrage unter 3.000 Menschen zwischen 18 und 34 Jahren ergab, dass 69% der Aussage zustimmen: „Ein Neuwagen kommt für mich nicht in Frage.“

Ein Mitarbeiter des Umfrageinstituts sagte im Interview:

„Die Zukunft der Autoindustrie liegt offenbar nicht mehr im Besitz eines Autos, sehr wohl aber weiterhin in dessen Nutzung.“

„Über 70 Prozent der Befragten in Deutschland meinen, dass Car-Sharing eine sinnvolle Alternative zum Besitz eines eigenen Autos und ein Modell mit Zukunft sei.“

Interview
Umfrageergebnisse

Interview: „Autofahren ist viel zu billig“

Die Wochenzeitung „Zeit“ hat heute ein Interview mit dem Mobilitätsforscher Andreas Knie veröffentlicht.

Einige Zitate daraus:

Wir verschwenden für Autos zu viel Platz und Ressourcen.

Warum finden wir es eigentlich normal, dass jeder umsonst oder für wenig Geld im öffentlichen Raum parken darf?

Fürs Parken müsste man jedem Autobesitzer 27 Euro pro Tag berechnen. Denn es gibt kein Menschenrecht auf Parkplätze für umsonst. Auch nicht für Anwohner.

Ich würde ein deutliches CO2-Limit einführen: Kein Motor darf mehr als 50 Gramm pro Kilometer vom Jahr 2025 an produzieren.

Ordnungsdezernent verteidigt Gehwegparken

Darmstadts Ordnungsdezernent Rafel Reißer hat in einem Interview mit dem Darmstädter Echo vom 13. Januar (Überschrift: „Viele Autos, wenig Platz„) die Praxis des Gehwegparkens verteidigt.

Herr Reißer sagt darin:

„Wir haben hier einen Entscheidungsspielraum, den wir in einer für die Bürger positiven Weise nutzen wollen.“

Zur Situation in der Liebfrauenstraße oder Magdalenenstraße sagt er:

„Da ist genug Platz für Fußgänger, Rollstuhlfahrer oder einen Kinderwagen. Also lassen wir das durchgehen.“

Reißer fordert gegenseitige Rücksichtnahme:

„Man kann es halt nicht jedem recht machen.“

Martin Huth hat dazu einen Leserbrief geschrieben, der am 21.1.2015 veröffentlicht wurde: Ordnungsdezernent verteidigt Gehwegparken weiterlesen

Elektrobus mit Induktionsladung in Braunschweig

In Braunschweig werden Elektrobusse eingesetzt, die an der Endhaltestelle mittels Induktion aufgeladen werden.

Dadurch ist nur eine kleine Batterie erforderlich. Die Ladezeit beträgt nur 11 Minuten.

Die Fahrgäste, der Fahrer sowie die Anwohner profitieren vom ruhigen und abgasfreien Betrieb.

Dies berichtet die „Zeit“ in der aktuellen Ausgabe.
http://www.zeit.de/mobilitaet/2014-12/elektrobus-emil-braunschweig

Lärmgrenzwert mit Ausnahmen für Sportwagen

Autolärm nervt und macht krank. In der Straßenverkehrsordnung ist sogar vorgesehen, dass Straßen geschlossen werden, wenn es zu laut ist.

Leider habe ich noch von keinen Fall gehört, in dem eine Straße geschlossen wurde.

Die EU hat im März 2014 neue Grenzwerte für die Lärmemissionen von Autos beschlossen.

EU – Fahrgeräuschgrenzwerte für Pkw, Lkw und Motorräder. Quelle: www.laerminfo.at

Wie man der Grafik entnehmen kann, sollen die Grenzwerte ab 2016 schrittweise – gaanz langsam – abgesenkt werden.

Die Regelung gilt nur für Neuwagen. Bei Motorrädern ändert sich nix. Und für bestimmte Fahrzeugtypen wurde ein höherer Grenzwert festgelegt als bisher! Lärmgrenzwert mit Ausnahmen für Sportwagen weiterlesen

VCD schlägt Erneuerbare-Mobilitäts-Gesetz vor

Das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) hat den erneuerbaren Energien zum Durchbruch verholfen. Warum also nicht ein Erneuerbare-Mobilitäts-Gesetz (EMG) erfinden, welches die nachhaltigen Verkehrsmittel stärkt?

Der Chefredakteur des VCD-Magazins „fairkehr“, Michael Adler, hat im Vorwort der Ausgabe 5/2014 genau dies vorgeschlagen.

Zitat daraus:

„Wir brauchen neues Denken und neues Geld. Das EMG sollte daher den Verbrauch fossiler Energieträger verteuern und einen Aufschlag von – sagen wir – 10 Cent pro Liter Mineralöl festlegen. [..] Dieses Geld wäre zweckgebunden der Förderung emissionsarmer Mobilitätslösungen vorbehalten. [..]

Analog zum Atomausstieg würde die Bundesregierung den Ausstieg aus dem Straßenbau verkünden.“