Gehzeug

Das Gehzeug ist eine Erfindung des Wiener Verkehrswissenschaftlers Hermann Knoflacher.

Ein Gehzeug fürs Fahrrad wurde bei einer CriticalMass in Berlin gesichtet.

Artikel übers Gehzeug vom österreichischen Verein fairkehr.

Anleitung zum Gehzeug-Bau

Folgendes wird für den Bau eines Gehzeuges benötigt:

  • leichtes Kantholz, z.B. Dachlatten, Größe z.B. 45×25 mm
  • Holzschrauben Spax 45×3 mm, Durchmesser = Gewinde-Aussendurchmesser)
  • Akkuschrauber (besser 2)
  • Spanngurte, Länge ca. 5 m, 2 Stück pro Gehzeug. Es ist gut, wenn man die Knarre entfernen kann. Alternativ: Rolladengurte.
  • Rundholz (Durchmesser ca 8 mm) zum Dübel-Bauen
  • Holzleim
  • Schaumstoffkissen, z.B. Teile einer alten Isomatte, als Schulterpolster
  • Säge
  • Maßband
  • Bohrmaschine
  1. Für die beiden Aussen-Querstreben die gewünschte Fahrzeugbreite ablängen.
  2. Für die beiden Innen-Querstreben (Fahrzeugbreite – 2x Kantholzbreite) ablängen.
  3. In die Enden der beiden Innen-Querstreben ein Loch mit dem Durchmesser des Rundholzes bohren, ca. 4cm tief. Rundholz auf ca. 8cm kürzen, mit Holzleim in der Querstrebe befestigen (=Dübel).
  4. Gewünschte Länge des Fahrzeuges mit Kanthölzern ablängen. Wenn zur Erreichung der Länge zwei Hölzer benötigt werden, sollten die Hölzer ca. 10cm überlappen und mit zwei Schrauben zusammengeschraubt werden. Vorbohren sollte nicht notwendig sein.
  5. In jeweils 1 m Abstand vom vorderen + hinteren Ende eine Querstrebe montieren, dazu ein Loch in den Rahmen bohren. (Vorsichtig, damit der Rahmen nicht ausreißt)
    Querstreben nicht mit Leim befestigen, sonst kann das Gehzeug nicht mehr demontiert werden.
  6. Alle Schrauben einschrauben
  7. Zusammengehörige Bretter markieren, damit beim nächsten Zusammenbau die Bohrlöcher passen.
  8. Tragegurte mit den Schaumstoffkissen versehen (2 Schlitze in das Kissen schneiden + Gurt durchziehen)
  9. Tragegurte über Kreuz befestigen (an den Aussenrahmen jeweils ausserhalb der Querstreben)
  10. Probetragen
  11. Gehzeug dekorieren:
  • mit Absperr-Flatterband umwickeln
  • Klingel / Hupe montnieren
  • Fähnchen (Standarte)
  • Griffe
  • Rolladengurte / alte Rucksackgurte
  • Stäbe nach oben zum Vergrößern bzw. nach unten zum Abstellen.
  • Katzenaugen
  • Lenkrad
  • „Nummernschild“, z.B. mit Aufschrift „So viel Platz braucht ein Auto“ (bzw. „Smart“ etc.)

Beim Abbau baucht jeweils nur eine Schraube von zwei gelöst werden, und das Gehzeug kann zusammengeklappt werden.

Typische Fahrzeuggrößen (LxBxH):
Smart:2,70 m x 1,56 m x 1,54 m (Wikipedia)
Fiat Punto: 4,06 m x 1,69 m x 1,49 m (Wikipedia)
Opel Corsa D: 4,00 m x 1,73 m x 1,49 m (Wikipedia)
Opel Insignia:4,90 m x 1,85 m x 1,50 m (Wikipedia)
BMW 1er: 4,32 m x 1,77 m x 1,42 m (Wikipedia)
BMW 3er: 4,73 m x 1,81 m x 1,43 m (Wikipedia)
BMW 5er: 5,00 m x 1,86 m x 1,47 m (Wikipedia)
BMW 7er: 5,20 m x 1,90 m x 1,48 m (Wikipedia)
BMW X5 (SUV): 4,85 m x 1,93 m x 1,74 m (Wikipedia)
Audi Q7 (SUV): 5,89 m x 1,98 m x 1,74 m (Wikipedia)
VW Touareg (SUV): 4,80 m x 1,94 m x 1,71 m (Wikipedia)
VW Tiguan (SUV): 4,45 m x 1,81 m x 1,70 m (Wikipedia)

Hier eines der Gehzeuge, welche wir gebaut haben:
Gehzeug

 

Es empfiehlt sich, Flyer dabeizuhaben, um Passanten zu erklären, was ihr eigentlich macht und wollt.
Vorderseite unseres Flyers: „Wenn jeder ein Gehzeug nutzen würde ..“
Rückseite: „.. dann wären die Innenstädte total verstopft .. dann könnten wir nicht mehr miteinander reden .. dann würden wir uns über die Platzverschwendung aufregen. Warum sind wir eigentlich bei Fahrzeugen so tolerant?“ + Impressum / V.i.S.d.P.

Pro Gehzeug sollten zwei Personen laufen: einer trägt das Gehzeug, einer stabilisiert es, damit es nicht aus Versehen schwenkt und einen Unfall baut.

Wer auch eine solche Aktion machen möchte, kann fünf Gehzeuge bei uns in Darmstadt ausleihen.

Verkehrswende für Darmstadt