Archiv der Kategorie: gute Beispiele

Darmstadt will Rechtsabbiegen bei Rot für Radfahrer erlauben

Grüner Pfeil an einer Fahrradampel in München. Bild: KVR

Der Magistrat wird von Grünen und CDU in einem Antrag gebeten, die Voraussetzungen für einen Feldversuch „Rechtsabbiegerpfeil für Fahrradfahrende“ zu prüfen.
(Die Magistratsvorlage verlinke ich hier, sobald sie veröffentlicht ist)

Der Vorstoß ist sehr erfreulich. Bereits in anderen Städten wurden solche Anträge eingereicht, wie z.B. Krefeld, Köln, Aachen und Düsseldorf.

Vorbild ist u.a. München, wo bereits seit dem Jahr 2006 ein Grünpfeilschild an einer Fahrradampel montiert ist.

http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/gruene-und-cdu-fordern-rechtsabbiegerpfeil-fuer-radfahrer-in-darmstadt–adfc-sieht-sicherheitsgewinn_18221327.htm

Darmstadt – 2030 und heute

Wie ist die Mobilitäts-Situation in Darmstadt heute?
Wie könnte sie im Jahr 2030 besser werden?

Ich habe meine Gedanken in diesem Beitrag zusammengefasst.

Mobilität in Darmstadt heute

a) Positives

  1. Die Verwaltung ist guten Willens, Radverkehrsanlagen anzulegen. Personell ist sie leider völlig unterbesetzt.
    Es wird versucht, zumindest die Hauptachsen durch die Stadt in Schuss zu bringen. Das Zeitfenster wird bis „Ende 2017, teilweise auch 2019“ angegeben. (Blog)
  2. Bei der Konversionsfläche Lincolnsiedlung wurde der Stellplatzschlüssel auf 0,8 Kfz/WE und Sammelgaragen reduziert. (Blog)
  3. Weiterhin ist die Fahrradmitnahme im RMV möglich und kostenlos.
  4. Weiterhin darf man weite Teile der Fußgängerzone mit dem Rad befahren.
  5. Die Darmstädter CriticalMass hat inzwischen regelmäßig 200-300 Teilnehmer. (Facebook-Seite)
  6. Der Verein weGErecht e.V. setzt die rechtlichen Regelungen bezüglich Gehwegparken und Radwegbenutzungspflicht sukzessive durch.

b) Negatives

  1. Die Autoverliebtheit ist in Darmstadt sehr hoch. Sobald irgendwo Fahrspuren reduziert werden sollen, gibt es Bürgerinitiativen, die dann auch gehört werden und zu faulen Kompromissen führen. Beispiel: Grafenstraße (direkt an der Fußgängerzone, Zeitungsartikel), Frankfurter Straße (Eingang Merck, jeden Tag 5.000 Fußgänger, Zeitungsartikel).
  2. Die Reduktion von Kfz-Stellplätzen im öffentlichen Raum sowie die Reduktion des illegalen Gehwegparkens ist trotz zaghafter Versuche der Verwaltung ein No-Go.
    Gefasste Beschlüsse werden nicht umgesetzt, Pilotprojekte zeitlich um Jahre geschoben usw.
    Bei Bürgerveranstaltungen kommen regelmäßig die Autoliebhaber zu Wort, mit dem Totschlagargument „wo sollen die Autos denn hin?“. Auf die Frage der Moderation: „Ich habe das Gefühl, Sie wünschen, dass alles so bleibt, wie es ist.“ gab es breite Zustimmung. Ich war der einzige Teilnehmer, der freie Gehwege forderte, und wurde fast angefeindet. (Blog)
  3. Sobald man aus der Stadt rauskommt und in die Landkreisgemeinden schaut, zeigt sich die Autoverliebtheit noch deutlicher. Die wenigen Radfahrer verhalten sich defensiv, Radwege sind benutzungspflichtig, obwohl sie es nicht sein dürften usw.
    Es werden viele Umgehungsstraßen gebaut. Wenn HessenMobil sie nicht sinnvoll findet, gibt es Bürgerbegehren, welche sie trotzdem durchsetzen (Zeitungsartikel).
  4. Die Darmstädter Bahnhöfe sind – bis auf den Haupt- und Ostbahnhof – in beklagenswertem Zustand. Die Bahn verspricht seit Jahren Besserung, alleine es passiert nichts.
    Gute Vorschläge seitens der Stadt oder der Bürger werden von der Bahn bestenfalls ignoriert oder sogar bekämft.
    Beispiele: Mehr Zugänge zu den Bahnsteigen (DA Nord), Verlegung eines Haltepunktes in die Nähe der vorhandenen Straßenbahnhaltestelle (DA Kranichstein, Blog), Durchstich einer Unterführung (DA Eberstadt).
  5. Die vor zehn Jahren privatisierte Odenwaldbahn fährt am Rande ihrer Kapazität, vor allem zur Hauptverkehrszeit. Dabei hat die Verkehrswende noch gar nicht begonnen.
    Die Strecke ist größtenteils eingleisig und nicht elektrifiziert. Verspätungen schaukeln sich auf. An wichtigen Schnittstellenbahnhöfen (Babenhausen) warten die DB-Züge nicht auf die Privatbahn und umgekehrt.
    An Planungen zum Ausbau der Strecke ist nicht zu denken.
  6. Drei Bundesstraßen führen mitten durch Darmstadt. An ein Tempolimit auf 30 km/h ist nicht zu denken (Blog). Fußgänger queren ebenerdig und laufen wie die Hasen, weil sie die Unterführungen nicht benutzen wollen.
  7. Wo auch immer etwas saniert wird, werden Fußgängerampeln gebaut. „Sicherheit“ geht vor, und Zebrastreifen sind angeblich nicht sicher.
  8. Die „Verkehrswende-Szene“ in Darmstadt ist sehr klein.
    Die „Aktiven“ kommen hauptsächlich aus dem Umfeld des ADFC, des AStA und der Lokalen Agenda.
  9. Von einem Bürgerticket analog zum Semesterticket hört man nichts. Das „Wiener Modell“ (365-EUR-Jahreskarte) wurde diskutiert, aber aufgrund der Kosten direkt wieder beerdigt.
  10. Straßenbahn-Ausbaupläne in die Region (Weiterstadt, Roßdorf) kommen nicht voran. Es gibt gute Ideen, z.B. zur Stadt-Land-Bahn von ProBahn/VCD. Aber die Region scheint nicht interessiert. Es scheitert meiner Ansicht nach an Kostenfragen und an der Angst, dass die Straßenbahn den Autofahrern Platz wegnehmen könnte. (Machbarkeitsstudie Roßdorf)

c) Unklares

  1. Die DUH hat Hessen für seine unzureichenden Luftreinhaltepläne verklagt, und damit auch Darmstadt. Aktuell wurden die Umweltzone (grün) und ein sehr gutes LKW-Durchfahrtverbot beschlossen. Und ein dubioses „Luftreinhaltung durch Verkehrsverflüssigung“, also LSA-Optimierung und eine Einschränkung der ÖPNV-Bevorrechtigung (ÖPNV soll nur noch freie Fahrt bekommen, wenn er zu spät ist).
    Was (auch bei der Fortschreibung im September 2017) nicht beschlossen wurde: Tempolimit, Pförtnerampeln, Fahrverbote, Citymaut. (Blog)

d) Zukünftiges

  1. Der geplante Radschnellweg Darmstadt-Frankfurt wird finanziell wohl an den Kommunen hängenbleiben. Das bedeutet lange Planungszeiten und ungewisse Realisierungen vor allem der schwierigen Punkte wie Brücken und Kreuzungen.
    Ausserdem wurden die Breiten gegenüber dem Radschnellweg Ruhr pauschal um einen Meter reduziert. (Blog)
  2. Der Lastenradverleih Heinerbike wird wohl Ende 2017 / Anfang 2018 starten. (Blog)

Wege zu einem attraktiven Darmstadt 2030

Attraktivität für Fußgänger erhöhen

  • konsequentes Freihalten der Gehwege von parkenden Fahrzeugen
  • Verzicht auf Zwangs-Wartezeiten an Ampeln („Bettelampeln“)

Attraktivität für Radfahrer erhöhen

  • durchgängige Radverkehrsanlagen
  • Aufhebung von Benutzungspflicht
  • Neuaufteilung der zur Verfügung stehenden Fläche zugunsten des Radverkehrs
  • Ausweisung eines Radroutennetzes abseits der Hauptverkehrsstraßen
  • Errichtung von dezentralen Radabstellanlagen in Wohngebieten
  • flächendeckend Tempo 30, auch auf Hauptverkehrsstraßen

Attraktivität für Autofahrer verringern

  • Verringerung des zur Verfügung stehenden öffentlichen Parkraumes
  • Erhebung von flächendeckenden Parkgebühren
  • Verzicht auf jeglichen Straßenneubau, auch auf bereits fertig geplante Straßen wie die Westtangente
  • Verzicht auf riesige Parkplätze vor Supermärkten durch Anpassung der Stellplatzsatzung
  • Änderung des Stellplatzschlüssels in Wohngebieten
  • Errichtung von Pförtnerampeln.
  • Einführung einer Citymaut

Attraktivität des ÖPNV erhöhen

  • Einführung eines Bürgertickets
  • Planung und Bau von neuen Strecken ins Umland
  • Ertüchtigung der vorhandenen Strecken (z.B. Odenwaldbahn elektrifizieren, zweispurig ausbauen)
  • attraktive Bahnhöfe
  • attraktiverer Takt für die Straßenbahn-Anbindung der Bahnhöfe
  • Einführung von Schnellstraßenbahnen zu wichtigen Umsteigepunkten, z.B. Böllenfalltor

Abhängigkeit vom Auto vermindern

  • Einführung eines Lieferservices mit Lastenrädern
  • Förderung von Carsharing-Parkplätzen im öffentlichen Raum

 

Lindenhofstraße wird zur Flaniermeile

Der Magistrat hat eine Forderung aus dem Bürgerhaushalt 2016 in eine Planung umgesetzt: Die Lindenhofstraße soll zur Flaniermeile werden. In der Magistratsvorlage 2017/0078 zur Einführung der Parkraumbewirtschaftung im Kapellplatzviertel steht:

Die Lindenhofstraße wird westlich der Mühlstraße als Fußgängerzone ausgewiesen, um den Anteil an erfolglosem Parksuchverkehr zu reduzieren und die Konflikte zwischen hohem Fußgängeraufkommen und Parksuchverkehr zu unterbinden. [..]

Zwischen der Mühlstraße und der Zufahrt des Mercksplatzes West wird die Lindenhofstraße als Verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, um diese Straße als Nahmobilitätsachse zwischen Innenstadt und den östlich gelegenen Quartieren aufzuwerten. Durch diese Veränderungen entfallen in der Lindenhofstraße westlich der Mühlstraße 12 bis 16 Stellplätze.

Ich freue mich sehr über diese Entwicklung, die möglicherweise auch durch die Aktionen des Aktionsbündnisses Verkehrswende beeinflusst wurde.

Die Stadtverordnetenversammlung hat der Vorlage am 11.5.2017 zugestimmt. Dagegen: SPD, FDP, UWIGA. Enthaltung: Die Linke.

Stand 21.9.2017: bisher keine Umsetzung des Beschlusses.

Lastenräder zur Paketzustellung in Darmstadt

Lastenräder eigenen sich wunderbar zur Paketzustellung – das haben auch einige Paketdienstleister erkannt.

Die Firma GLS wird testweise von April bis Juni 2017 in der Fußgängerzone Darmstadts mit Lastenrad ausfahren. Als Depot dient ein LKW-Anhänger, der auf dem Marienplatz steht (500 m entfernt). Das Fahrrad steht in einem Interims-Depot, eine dauerhafte Lösung muss dafür noch gefunden werden.

Die eingeschränkten Lieferzeiten (bis 12 Uhr) gelten für das Lastenrad nicht. Dies könnte der wichtigste Anreiz für das Unternehmen sein.

Artikel im Darmstädter Echo vom 30. März 2017.

Auch in Frankfurt wird experimentiert – von DHL. Das eingesetzte vierrädrige Gefährt nennt sich „Cubicycle“. (Blogartikel)

Ich wünsche mir von der Stadt Darmstadt, dass bei der Bebauung innenstadtnaher Flächen die Möglichkeit eines Lastenrad-Zwischen-Depots mit bedacht wird. Der Bundesverband der Paket- und Express-Logistik hat eine Studie veröffentlicht, welche Kriterien bei einem solchen Depot zu beachten sind.

Eine weitere Idee ist das Zusammenlegen der Zustellung verschiedener Dienstleister, wie es im Klimaschutzkonzepts der Stadt Darmstadt dargestellt ist. (#80: Aufbau eines City-Logistik-Systems für die Versorgung der Innenstadt)

Mitfahrbank in Roßdorf aufgestellt

Im Ortskern von Darmstadts Nachbargemeinde Roßdorf steht seit Januar 2017 eine besondere Sitzbank.

Über der Bank gibt es ein großes Drehrad, damit kann man neun verschiedene Wunschziele einstellen: Wohngebiete, Ortsteile, Einkaufszentren.

Passanten auf dem Weg zu ihrem Auto können der auf der Bank sitzenden Person anbieten, mitzufahren. Mitfahrbank in Roßdorf aufgestellt weiterlesen

gelungener Vortrag zu nachhaltiger Mobilität

Bei Mobilität geht es um die Frage, wie wir von A nach B kommen.

Aber was ist eigentlich so interessant an dem „B“?

Antworten gibt der gelungene Vortrag von Prof. Dr. Bernd Steffensen, Professor im Fachbereich Gesellschaftswissenschaften und Soziale Arbeit mit den Schwerpunkten Soziologie/Politologie, Sozialwissenschaftliche Technologie- und Innovationsforschung sowie in der Graduiertenschule an der h_da. Der Vortrag kann hier kostenlos angesehen werden:

gelungener Vortrag zu nachhaltiger Mobilität weiterlesen

Bürgerhaushalt 2016

Der Bürgerhaushalt 2016 wurde vor einigen Tagen mit erfreulichen Ergebnissen beendet.

** Update 20.9.2016: Seit heute sind die Entscheidungen des Magistrats zu den Vorschlägen des Bürgerhaushalts veröffentlicht. Ich habe die Entscheidungen beigefügt. **

Viele (meiner) Vorschläge zur Verkehrswende wurden gewählt, z.B.:

Bürgerticket für alle Darmstädter

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OB wünscht Tempo 30 am Cityring

Der Cityring kann an manchen Stellen gut gequert werden, z.B. am Landesmuseum oder am Karolinenplatz.

An anderen Stellen ist es fast unmöglich, den Cityring ebenerdig zu queren, ohne sich in Lebensgefahr zu begeben. Zum Beispiel zwischen der Tunnelausfahrt und der Kreuzung am LGG.

Hügelstraße von Westen aus gesehen. Hier ist es sehr gefährlich, die Fahrbahn zu queren.
Hügelstraße von Westen aus gesehen.
Hier ist es sehr gefährlich, die Fahrbahn zu queren.
VCD-Aktion "Tempo 30 ist sicherer" an der Holzstraße.
VCD-Aktion „Tempo 30 ist sicherer!“ an der Holzstraße.

Auch im weiteren Verlauf (Höhe Schulstraße / Stadtkirche) erinnert der Cityring eher an eine Rennstrecke als an eine innerörtliche Straße. Es geht bergab, die nächste Ampel ist noch weit, da wird aufs Gas gedrückt.

OB wünscht Tempo 30 am Cityring weiterlesen

Martinsviertel Ost: Verbesserungen für den Fußverkehr geplant

Zwei Magistratsvorlagen sollen die Situation für Fußgänger im östlichen Martinsviertel verbessern. In beiden Vorlagen geht es um die Neugestaltung von Knotenpunkten.

Bei Vorlage 2016/0274 geht es um

  • Gutenbergstraße / Lichtenbergstraße
  • Gutenbergstraße / Taunusstraße
  • Kittlerstraße / Hohler Weg

Bei Vorlage 2016/0285 geht es um

  • Kranichsteiner Straße / Liebfrauenstraße / Kittlerstraße

Martinsviertel Ost: Verbesserungen für den Fußverkehr geplant weiterlesen

Auto-Mitfahrangebote in Da-Di

Wer alleine Auto fährt, verbraucht viel Platz und hat einen hohen Schadstoffausstoß. Und natürlich muss man die Kosten alleine tragen.

Es spricht also vieles dafür, die vier freien Couch-Plätze im eigenen Auto mit Mitfahrern zu besetzen.

Es gibt zwei Initiativen, welche in Darmstadt und im Odenwaldkreis aktiv sind: Auto-Mitfahrangebote in Da-Di weiterlesen

Neue Parkregelung in Kranichstein K6

Im Wohngebiet K 6.1 in Darmstadt-Kranichstein gilt ab sofort eine neue Parkregelung.

Bisher war das Parken am Straßenrand kostenlos möglich.

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Neue Parkscheinautomaten in K6.

Nun wurden zwei Parkscheinautomaten installiert. Von Mo-Sa zwischen 8 und 20 Uhr muss nun ein Parkticket gelöst werden, wenn man sein Auto am Straßenrand parken möchte. Das Parken kostet 1 ct pro Minute bzw. 3 EUR am Tag.

Ausserdem gibt es in der Herta-Mansbacher-Straße (verkehrsberuhigter Bereich bzw. „Spielstraße“) nur noch Stellflächen für Fahrzeuge mit Behindertenausweis. Parken ist also nur noch in der Elisabeth-Selbert-Straße möglich. Neue Parkregelung in Kranichstein K6 weiterlesen

Gehwegparken verteuern

Viele Fahrzeuge werden in Darmstadt auf dem Gehweg geparkt. Abgesehen davon, dass es in vielen Fällen geduldet wird, ist das auch sehr günstig: nur 20 EUR sind gemäß dem bundesweit gültigem Bußgeldkatalog dafür fällig.

Damit das Gehwegparken aufhört, sind aus meiner Sicht höhere Bußgelder erforderlich.

Die SPD München möchte, dass sich die Stadt München  beim Deutschen Städtetag für höhere Bußgelder einsetzt. (Antrag)

Das wäre ein gutes Vorbild für Darmstadt.

Siehe auch den Beitrag „Machen Sie das Zuparken teurer, Herr Verkehrsminister!

Radroutenentwicklungsplan für Kreis Da-Di kommt

Am 14. Dezember 2015 hat der Kreistag des Landkreises Darmstadt-Dieburg beschlossen, einen Radroutenentwicklungsplan zu erstellen.

Zitat aus der Vorlage (Nr. 3213-2015/dadi):

Dabei soll eine Klassifizierung der Routen in Freizeitrouten, Pendlerrouten und Schnellrouten erfolgen.
Der Plan soll auf die bereits bestehenden Routen aufbauen, fehlende Radrouten-Ortsverbindung ergänzen, Lücken in  Radroutenverbindungen schließen und bestehende Mängel beseitigen.
Umsteigemöglichkeiten zum ÖPNV sind einzubeziehen.
Die Hauptrouten sollen mit denen der Stadt Darmstadt und denen der Nachbarlandkreise abgestimmt werden.
Außerdem soll mit der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität des Landes Hessen kooperiert werden.

Die Vorlage der Fraktionen Grüne und SPD ist begründet wie folgt:

Das Fahrradfahren ist durch seine Emissionsfreiheit hinsichtlich Schadstoffen und Lärm das umweltfreundlichste und kostengünstigste Verkehrsmittel. Es fördert die Gesundheit, ermöglicht höchste Flexibilität in Freizeit und Berufsalltag, entlastet die Straßen und reduziert den Bedarf von Parkflächen. Durch die Nutzung von E-Bikes wird das Fahrrad für eine immer größer werdende Bevölkerungsgruppe attraktiv. Auch die kostenlose Fahrradmitnahme im RMV unterstützt die Attraktivität des Fahrradverkehrs im Landkreis.

Um einen sicheren Radverkehr zu gewährleisten und eine Alternative zum motorisierten Verkehr zu ermöglichen, ist ein gut ausgebautes und beschildertes Radroutennetz unabdingbar. Die Förderung des Fahrradverkehrs ist ein wichtiger Bestandteil klimafreundlicher Verkehrspolitik.

Die Fraktionen CDU und FDP haben der Vorlage nicht zugestimmt.

Vorschlag: Radwege ohne Benutzungspflicht

Bild: christian fürthner/pid. aus: derstandard.at

Radwege sind prinzipiell OK – wenn man denn selbst entscheiden darf, ob man sie benutzen möchte.

In Österreich gibt es ein spezielles Verkehrszeichen. Damit werden Radwege gekennzeichnet, die benutzt werden können, aber nicht müssen.

Die Vorteile sind (zitiert aus der Broschüre „Neue Wege zur Radverkehrsförderung„): Vorschlag: Radwege ohne Benutzungspflicht weiterlesen

Stadt wünscht: Kranichsteiner Bahnhof verlegen

Der Bahnhof („Haltepunkt“) in Kranichstein ist etwa 300 m von der Straßenbahnhaltestelle „Kranichstein Bf“ entfernt. Diese Strecke müssen Umsteiger regelmäßig laufen.

Die Stadtverordnetenversammlung hat nun ihren Wunsch zum Ausdruck gebracht, dass der Bahnhof näher zur Straßenbahnhaltestelle verlegt wird. Stadt wünscht: Kranichsteiner Bahnhof verlegen weiterlesen

Zentrenkonzept – Erzwungene Mobilität vermeiden

Wo ist der nächste Supermarkt?

Diese Frage muss leider oft beantwortet werden mit „im Gewerbegebiet“. Denn dort siedeln sich die großen Ketten an, mit großen Parkplätzen und großer Auswahl.
Die kleinen Geschäfte in der Innenstadt haben das Nachsehen und sind bedroht.

Wenn die Geschäfte in der Innenstadt erst mal dichtgemacht haben, bleibt den Bewohnern nichts anderes übrig, als zum Einkaufen an den Stadtrand zu fahren. Dies nennt man erzwungene Mobilität. Häufig ist es erforderlich, ein Auto zu nutzen, weil die Entfernungen so weit sind. Zentrenkonzept – Erzwungene Mobilität vermeiden weiterlesen