Mittelinsel statt Ampel bei Merck finden alle toll

Viele Bedenken gab es für die Idee, eine Fußgängerampel durch eine ca. 150 m lange Mittelinsel zu ersetzen, und Tempo 30 anzuordnen.

Nun, ein Jahr nach dem Umbau, titelt das Darmstädter Echo:

Stau- und unfallfrei kommen Autofahrer, Fußgänger, Radler und auch Straßenbahnfahrer durch die neu gestaltete Frankfurter Straße: Das ist die Bilanz ein gutes Jahr nach dem Start der neuen Verkehrsführung in Höhe der Merck-Zentrale. Rückbau der Autospuren, Tempo 30, freies Überqueren für Fußgänger ohne Ampel: Das funktioniert, sagen heute selbst die schärfsten Kritiker.

https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/staufrei-und-unfallfrei-durch-die-tempo-30-zone_19972227


Aufstehen fürs Klima

Heute war ein großartiger Tag.

Tausende Schüler haben sich die Zeit genommen, um in Darmstadt für eine andere Klimapolitik zu demonstrieren.

Eine so große und bunte Demonstration hat Darmstadt schon lange nicht mehr gesehen! Ich bin mitgelaufen und habe zu und mit den Schülern gesprochen.

Es geht darum, dass sich etwas ändert, und zwar radikal! Die Zeit für einen Wandel läuft uns davon.

Ich finde es großartig, dass endlich die Schüler aufstehen und ihre Stimme erheben. Wir sollten alle mitmachen!

Ich finde es unglaublich, dass so viele Menschen die derzeitige Verkehrspolitik unterstützen. Die Huldigung des Autos, die Huldigung der Arbeitsplätze. Was ist eigentlich wichtig im Leben?

Auf jeder Zugtoilette kann man es lesen: „Bitte verlasse diesen Ort so, wie du ihn gerne vorfinden möchtest.“ Vielleicht sollten wir öfters Zug fahren, um diesen wahren Satz öfters lesen und beherzigen zu können.

Luftreinhalteplan für Darmstadt aktualisiert

Der offizielle Luftreinhalteplan für Darmstadt ist ein wichtiges Dokument, denn darin sind die Maßnahmen festgeschrieben, welche die Einhaltung der Luftschadstoff-Grenzwerte sichern sollen.

In früheren Ausgaben des Luftreinhalteplans steht z.B. die Umweltzone oder das LKW-Durchfahrtsverbot. Auch der Umbau von Ampelanlagen für einen besseren Durchfluss wurde dadurch gefordert.

Die aktuelle Veröffentlichung der 3. Fortschreibung (PDF 92 Seiten) hat es in sich:

Durchfahrtsverbote für alte Diesel in Heinrichstraße/ Hügelstraße, Reduzierung der Fahrspuren im Citytunnel, Tempo 30 an einigen Stellen und andere Maßnahmen.

Kommentare können ans Hessische Umweltministerium geschrieben werden.

.. weiterer Text folgt ..

Kein toleriertes Gehwegparken in Karlsruhe mehr

Karlsruhe macht Ernst: Ab sofort gibt es fürs illegale Gehwegparken Knöllchen.

Die Lokalpresse berichtet:

https://www.ka-news.de/parken-karlsruhe./

Über das Projekt habe ich bereits hier berichtet:

Gehwegparken – Vorbild Karlsruhe

Einige Zahlen: 17..20 Überwachungskräfte, täglich 720 / 530 / 460 / 370 Verwarnungen.

Oft zu hören seien Aussagen wie „Endlich freie Gehwege für Fußgänger“ und „Jetzt gibt es endlich Transparenz und eindeutige Regeln.“

Weitere Einbahnstraßen freigegeben

Hurra, die Stadt Darmstadt wird bald weitere Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung freigeben:

Roßdörfer Straße, Gutenbergstraße und ein Teilstück der Pädagogstraße.

Bereits jetzt sind freigegeben: Weyprecht- und die Riedeselstraße sowie die Steinackerstraße.

Quelle: https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/radeln-entgegen-der-fahrtrichtung_19907621

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Grünen bringen ökologisches Grundeinkommen ins Gespräch

Zitat aus heutigen Zeitungen:

Grünen-Chefin Annalena Baerbock sagte, mit dem Klimaschutzgesetz müsse auch eine CO2-Bepreisung kommen. Ein Teil der Einnahmen solle dann als Energiefeld pro Kopf wieder ausgezahlt werden. „Davon würden vor allem Haushalte mit kleineren Einkommen und geringerem CO2-Fußabdruck sowie Familien profitieren.“

Ich freue mich sehr über diese öffentliche Thematisierung eines ökologischen Grundeinkommens.
Ulrich Schachtschneider hatte diese Idee bereits im Jahr 2014 in seinem Buch „Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen“ beschrieben.

Schachtschneider nennt seine Theorie „Tax and Share“.
Einen Überblick über das Buch gibt es bei der Encyclopaedia.
Eine Abhandlung zum Thema hat Schachtschneider auf der Degrowth 2014 gehalten.
Schachtschneider hat seine Theorie in einem Vortrag erläutert.
In meiner Radiosendung „Global denken – Lokal handeln“ habe ich das Buch rezensiert (ab Minute 27:55).

** Update 26. Januar: auf heise.de ist ein Artikel zum Thema erschienen. **

2°C-Ziel immer schwerer zu erreichen

Zitate aus einem Tagesschau-Artikel von heute.

Eine gute Visualisierung der UNEP-Studie gibt es hier:
https://www.unenvironment.org/interactive/emissions-gap-report/

Kurz vor der UN-Klimakonferenz 2018 warnen Forscher: Die Staaten müssen ihre Bemühungen verdreifachen, wenn sie die Klimaziele erreichen wollen. Immerhin: Noch sei das möglich.

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Radschnellweg Darmstadt-Frankfurt – die Maßnahmen

** Hinweis zur Klarstellung: Dies ist ein privater Blog. Ich bin nicht in die Planung des Radschnellweges eingebunden, sondern kommentiere lediglich die bestehende Planung. **

*********************  Update 23.11.2018  *********************
Ich habe im Oktober 2018 eine Videobefahrung der Strecke in Fahrtrichtung Norden durchgeführt. Die einzelnen Abschnitte der Befahrung können über die Karte direkt angesprungen werden.
(Erstveröffentlichung dieses Artikels im Mai 2017)
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In der Machbarkeitsstudie zum geplanten Radschnellweg Darmstadt-Frankfurt steht, was an den einzelnen Streckenabschnitten und Knotenpunkten umgesetzt werden soll.

Das Dokument ist mit 320 Seiten sehr ausführlich. Ich habe versucht, die Informationen aufzubereiten, und eine interaktive Karte erstellt.

Auf der interaktiven Karte kann jeder Streckenabschnitt bzw. jeder Knotenpunkt angeklickt werden. Man kann lesen, was dort geplant ist.

Ich habe eine Videobefahrung gemacht und hier online gestellt. Das Video von Frankfurt wurde aufgrund eines Defekts an der Kamera leider nicht gespeichert.

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Urteil zur Luftreinhaltung in Darmstadt vertagt

Der große Tag ist ohne Urteil zu Ende gegangen: nach 7 Stunden Gerichtsverhandlung hat das Land Hessen nun noch vier Wochen Zeit bekommen, sich aussergerichtlich mit DUH + VCD zu einigen.

Eine gute Übersicht über die Situation und ein Interview mit dem Experten Prof. Führ gibt es beim hr:

https://www.hessenschau.de/wirtschaft/entscheidung-ueber-diesel-fahrverbot-in-darmstadt-vertagt,diesel-prozess-darmstadt-100.html

Prof. Führ schlägt vor, dass der Radverkehr in Darmstadt stärker gepusht werden sollte, und dass das Kfz-Parken unattraktiv werden sollte, damit die NOx-Grenzwerte bis Ende 2019 eingehalten werden.

Artikel beim Darmstädter Echo:

Legalisiertes Gehwegparken in Darmstadt: Klage droht

Das legalisierte Gehwegparken wird in Darmstadt auch bei sehr engen Restgehwegbreiten eingerichtet.

Ein Beispiel ist die Hermannstraße vor der Mornewegschule (Grundschule).

Die Hessenschau berichtete heute ausführlich darüber:

https://www.hessenschau.de/gesellschaft/verein-verklagt-darmstadt-wegen-zugeparkter-buergersteige,darmstadt-gehweg-klage-100.html

Zitate aus dem Artikel:

Mit dem Segen der Stadt zugeparkte Gehwege – dieses Problem sei in Darmstadt verbreitet, sagt Stephan Voeth vom Verein Wegerecht. Der sieht das Recht auf seiner Seite und bereitet eine Klage vor dem Verwaltungsgericht vor.

Darmstadts Bürgermeister Rafael Reißer (CDU), der als Ordnungsdezernent für die Parkraumüberwachung zuständig ist, hält das für unrealistisch: „Wenn wir das so machen, fallen in den Stadtteilen rund 50 Prozent der Parkplätze weg.“ Weil der Parkplatzbedarf aber ohnehin schon so groß sei, dulde man das Gehwegparken, solange eine gewisse Restbreite verbleibe.

Ergänzung 19.10.: nun hat auch das Darmstädter Echo berichtet.

Legalisiertes Gehwegparken in der Hermannstraße im Oktober 2018. Restgehwegbreite 90 cm. Die Mauer gehört zur Mornewegschule.

 

Umweltbundesamt fordert Wegfall von Parkplätzen

„Geht doch! Grundzüge einer bundesweiten Fußverkehrsstrategie“ –  So lautet der Titel einer Untersuchung für ein Fußverkehrskonzept.

Das Deutsche Institut für Urbanistik hat sie im Auftrag des Umweltbundesamtes verfasst.

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/publikationen/2018-04_10_texte_75-2018_geht-doch_v4.pdf

Wenn ich die Studie gelesen habe, werde ich sie an dieser Stelle kommentieren.

Sie wurde auch Spiegel-online und auf tagesschau.de erwähnt.

Gerichtsentscheidung: kein kostenloses Parken in Frankfurt

Paukenschlag für Frankfurt: das kostenlose Abstellen von Autos soll beendet werden. Das fordert das Verwaltungsgericht Wiesbaden in seiner Urteilsbegründung (leider nicht öffentlich) zum Dieselfahrverbot Frankfurt.

Die Urteilsbegründung ist in einem Artikel der FR zusammengefasst.

Zitat aus dem Artikel bzw. dem Urteil:

„Die Reduzierung beziehungsweise Abschaffung kostenlosen Parkraums dürfte zu einer erheblichen Abnahme des innerstädtischen motorisierten Individualverkehrs, insbesondere des Parksuchverkehrs, und somit zu einer signifikanten Minderung des NO2-Belastung führen, selbst wenn die Minderungswirkung durch die Beteiligten nicht konkret beziffert wurde“

Und weiter:

„In diesem Zusammenhang erscheint auch ein Hinwirken auf die Einführung höherer Bußgelder, die insbesondere über den erhobenen Parkgebühren liegen sollen, ratsam“,

++ Update 7.2.2019: Die Hessenschau berichtet von vorbereitenden Arbeiten an Parkgebühren und Tempolimits ++

Pali-Parkplatz bald nur noch für Fahrräder

14 Kurzzeitparkplätze am Pali-Parkplatz (zwischen dem Cityring und dem zentralen Luisenplatz) sollen einem Fahrradparkhaus weichen. So steht es in einer bislang unveröffentlichten Magistratsvorlage – anscheinend wurde da etwas vorab geleakt, und im Echo steht es auch schon ganz prominent.

Es gibt sogar bereits eine Unterschriftensammlung gegen den Wegfall der Parkplätze.

Offiziell ist der Wegfall der Parkplätze ein notwendiges Übel. Ich freue mich allerdings, dass es etwas unattraktiver wird, mit dem Auto in Darmstadts Innenstadt zu fahren. Das ist ein wichtiger Bestandteil der Transformation von der Autostadt zur Fahrradstadt.

Dass die Engel-Apotheke dann nicht mehr direkt mit dem Auto angefahren werden kann, ist aus meiner Sicht kein Problem für die Versorgung mit Medikamenten: Es gibt ja etliche auto-erreichbare Apotheken in Darmstadt.

Dass die Arztpraxen schwer erreichbar seien ohne die Parkplätze, sehe ich nicht so: Das Parkhaus am Friedensplatz ist unmittelbar benachbart, und es gibt einen Aufzug.

Aus technischer Sicht spannend finde ich das Fahrradparkhaus.
Aus soziologischer Sicht spannend finde ich die Frage, ob die Darmstädter wirklich bereit sein werden, Geld fürs Fahrradparken auszugeben.


Update 18.10.2018: Die Vorlage wurde nach heftigen Protesten im Verkehrsausschuss zurückgezogen. Oh Parkplätze,  geheiligt seid ihr!
Nun werden die bereits zugesagten Fördergelder wahrscheinlich verfallen.

Wann Kohleausstieg?

Das Ende der Stromerzeugung aus Steinkohle und Braunkohle wird derzeit intensiv diskutiert. Dabei kommen die einzelnen Positionen endlich mal klar ans Licht.

Der Ministerpräsident von Brandenburg (dort ist das Braunkohlerevier Lausitz) wurde in der Tagesschau gefragt, wann aus seiner Sicht ein gutes Ausstiegsdatum wäre. Er überlegte dann laut, dass der Tagebau etwa im Jahr 2040 ausgekohlt sei. Das sei also ein gutes Ausstiegsdatum.

Dass die meiste Braunkohle in der Erde bleiben muss, um die Klimaziele zu erreichen, interessiert diesen Menschen nicht.

In Nordrhein-Westfalen sieht es ähnlich aus: gerade haben wir erlebt, wie RWE und Landesregierung im Schulterschluss den Hambacher Wald geräumt hatten und roden wollten.
Der NRW-Innenminister Reul sagte z.B. dem WDR:

„Ein Teil der Menschen demonstriert friedlich. Aber ein anderer Teil der Menschen, die Kriminellen, die im Wald sind, haben die Zeit genutzt, um neue Häuser zu bauen. Daher haben Polizisten den Wald geschützt“, sagte Reul und kündigte weiterhin ein konsequentes Vorgehen der Polizei an: „Die Räumungen werden weiter gehen. Das hat ja auch mit den Rodungen gar nichts zu tun.“

Und zur Frage der Rodung:

Ich äußere mich zu dieser Frage nicht. [..] Wir kümmern uns um die Frage, dass da im Wald Gefahr im Verzuge ist. Der Staat hat dafür zu sorgen, dass diese Gefahr [die Baumhäuser] aus der Welt geschafft wird.

Was Herr Reul hier sagt, ist so verlogen, denn natürlich geht es darum, dass der Wald gerodet werden soll, und nicht um die Baumhäuser, die seit Jahren dort waren. Die Kriminalisierung der Aktivisten finde ich untragbar.

Tatsächlich wurde ja unmittelbar nach der Räumung des letzten Baumhauses der Wald mit Graben und Wall eingezäunt – wie im Mittelalter.

Zum Glück wurde die Rodung im letzten Moment am 5.10.2018 gerichtlich gestoppt.

Ein kleiner Exkurs zu Dienstwagen:

Die besonders gesicherten Audi-A8-Limousinen von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) und NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) toppen den NRW-Durchschnittswert noch: Sie seien mit einem CO2-Ausstoß von 376 Gramm pro Kilometer unterwegs – also fast das Dreifache des EU-Grenzwertes.

Beim Thema Klimaschutz wird in der Bundes- und Landespolitik auf Zeit gespielt. Der NABU-Präsident beschwert sich zu Recht, es passiere „nichts, nichts, nichts„.

Ich wiederhole mich: Wir haben keine Zeit zu verlieren. Was wir jetzt nicht an CO2-Ausstoß einsparen, müssen wir in naher Zukunft umso mehr einsparen. Sonst gibt es einen Klimawandel, der sich gewaschen hat.

Sogar das Deutsche Institut für Wirtschaft kommt in einer jüngst veröffentlichten Studie zum Schluss, dass „nur ein zügiger Kohleausstieg in Deutschland und Nordrhein-Westfalen die Klimaziele für das Jahr 2030 sichert“.

Jüngst hat der IPCC einen Sonderbericht zum Thema „Auswirkungen eines globalen Temperaturanstieges um 1,5°C“ veröffentlicht. (deutsche Zusammenfassung auf 4 Seiten)

Auf tagesschau.de wird der IPCC so zitiert:

„Die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen erfordert rasche, weitreichende und beispiellose Veränderungen in sämtlichen Bereichen der Gesellschaft“

Zu Fuß vom Hauptbahnhof zum Luisenplatz – Fußverkehrscheck

Fußverkehrs-Check Darmstadt bei den 1. Klima- und Umweltaktionstagen

Im September 2018 gab es die 1. Darmstädter Klima- und Umweltaktionstage.

Im Rahmen der Aktionstage hat Sylke Petry vom FUSS e.V. einen Fußverkehrscheck der Stecke Luisenplatz-Hauptbahnhof angeboten.

Die Ergebnisse des Checks sind hier dokumentiert. Zu Fuß vom Hauptbahnhof zum Luisenplatz – Fußverkehrscheck weiterlesen

Verkehrswende für Darmstadt