Darmstadt will Rechtsabbiegen bei Rot für Radfahrer erlauben

Grüner Pfeil an einer Fahrradampel in München. Bild: KVR

Der Magistrat wird von Grünen und CDU in einem Antrag gebeten, die Voraussetzungen für einen Feldversuch „Rechtsabbiegerpfeil für Fahrradfahrende“ zu prüfen.
(Die Magistratsvorlage verlinke ich hier, sobald sie veröffentlicht ist)

Der Vorstoß ist sehr erfreulich. Bereits in anderen Städten wurden solche Anträge eingereicht, wie z.B. Krefeld, Köln, Aachen und Düsseldorf.

Vorbild ist u.a. München, wo bereits seit dem Jahr 2006 ein Grünpfeilschild an einer Fahrradampel montiert ist.

http://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/gruene-und-cdu-fordern-rechtsabbiegerpfeil-fuer-radfahrer-in-darmstadt–adfc-sieht-sicherheitsgewinn_18221327.htm

Anwohner schlägt Parkverbot vor – Stadt will nicht

Unglaubliches passiert: Ein Anwohner des Komponistenviertels schlägt vor, dort ein Parkverbot einzurichten.

Begründung laut Artikel im Darmstädter Echo vom 27.9.2017: „Seiner Kenntnis und Inaugenscheinnahme nach hätten hier alle Anwesen Garagen- oder Carport-Abstellplätze.“

Eigentlich geht es im Artikel um den alten Baumbestand in der engen Straße „Im Emser“. Rechts parken Autos (illegal halb auf dem Gehweg), links stehen die Bäume („schätzungsweise bis zu 140 Jahre alt“). Laster streifen manchmal tiefhängende Äste.

Wie reagiert also die Stadtverwaltung auf diesen Impuls?

Zitat aus dem Artikel:

Für eine nicht gangbare Lösung hält die Stadt auch Rainer Kummes Vorschlag: „Es ist fraglich, ob es durch die Einrichtung einer Halteverbotszone in Zukunft nicht mehr zu Baumverletzungen kommen würde“, wird konstatiert, ohne das näher zu begründen.

Ein LKW-Durchfahrtsverbot soll nun die Situation lösen. Obwohl es um eine Anliegerstraße geht, in die LKWs nur reinfahren, wenn sie etwas für die Anwohner zu liefern haben (und dann bestimmt das Durchfahrtverbot ignorieren werden).

Warum will die Stadtverwaltung keine Parkverbote einrichten, sogar wenn die Bewohner selbst es wünschen?

Eine weitere Anekdote kann ich an dieser Stelle ergänzen: Ich habe Anfang des Jahres an die Straßenverkehrsbehörde geschrieben, dass Fußgänger den Gehweg nicht nutzen können, da dort illegal Fahrzeuge parken. Ich habe darum gebeten, Maßnahmen zu ergreifen, welche die dauerhafte Nutzbarkeit des Gehwegs sicherstellen, z.B. ein Parkverbot einzurichten.

Antwort der Straßenverkehrsbehörde (vom 24.1.2017):

Nach der Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrsordnung (StVO) darf ein Haltverbot nur aus Gründen der Verkehrssicherheit, der Flüssigkeit des Verkehrs sowie für Belange des ÖPNV angeordnet werden.

Für weitere verkehrliche Maßnahmen Im Emser sieht die Straßenverkehrsbehörde ebenfalls keine Notwendigkeit, da auf der Westseite ein weiterer Gehweg vorhanden ist.

Na dann ist es ja gut, man kann ja noch auf der anderen Seite gehen (dort allerdings mit wassergebundener Decke, für Rollstuhlfahrer super zu nutzen..).

Darmstadt – 2030 und heute

Wie ist die Mobilitäts-Situation in Darmstadt heute?
Wie könnte sie im Jahr 2030 besser werden?

Ich habe meine Gedanken in diesem Beitrag zusammengefasst.

Mobilität in Darmstadt heute

a) Positives

  1. Die Verwaltung ist guten Willens, Radverkehrsanlagen anzulegen. Personell ist sie leider völlig unterbesetzt.
    Es wird versucht, zumindest die Hauptachsen durch die Stadt in Schuss zu bringen. Das Zeitfenster wird bis „Ende 2017, teilweise auch 2019“ angegeben. (Blog)
  2. Bei der Konversionsfläche Lincolnsiedlung wurde der Stellplatzschlüssel auf 0,8 Kfz/WE und Sammelgaragen reduziert. (Blog)
  3. Weiterhin ist die Fahrradmitnahme im RMV möglich und kostenlos.
  4. Weiterhin darf man weite Teile der Fußgängerzone mit dem Rad befahren.
  5. Die Darmstädter CriticalMass hat inzwischen regelmäßig 200-300 Teilnehmer. (Facebook-Seite)
  6. Der Verein weGErecht e.V. setzt die rechtlichen Regelungen bezüglich Gehwegparken und Radwegbenutzungspflicht sukzessive durch.

b) Negatives

  1. Die Autoverliebtheit ist in Darmstadt sehr hoch. Sobald irgendwo Fahrspuren reduziert werden sollen, gibt es Bürgerinitiativen, die dann auch gehört werden und zu faulen Kompromissen führen. Beispiel: Grafenstraße (direkt an der Fußgängerzone, Zeitungsartikel), Frankfurter Straße (Eingang Merck, jeden Tag 5.000 Fußgänger, Zeitungsartikel).
  2. Die Reduktion von Kfz-Stellplätzen im öffentlichen Raum sowie die Reduktion des illegalen Gehwegparkens ist trotz zaghafter Versuche der Verwaltung ein No-Go.
    Gefasste Beschlüsse werden nicht umgesetzt, Pilotprojekte zeitlich um Jahre geschoben usw.
    Bei Bürgerveranstaltungen kommen regelmäßig die Autoliebhaber zu Wort, mit dem Totschlagargument „wo sollen die Autos denn hin?“. Auf die Frage der Moderation: „Ich habe das Gefühl, Sie wünschen, dass alles so bleibt, wie es ist.“ gab es breite Zustimmung. Ich war der einzige Teilnehmer, der freie Gehwege forderte, und wurde fast angefeindet. (Blog)
  3. Sobald man aus der Stadt rauskommt und in die Landkreisgemeinden schaut, zeigt sich die Autoverliebtheit noch deutlicher. Die wenigen Radfahrer verhalten sich defensiv, Radwege sind benutzungspflichtig, obwohl sie es nicht sein dürften usw.
    Es werden viele Umgehungsstraßen gebaut. Wenn HessenMobil sie nicht sinnvoll findet, gibt es Bürgerbegehren, welche sie trotzdem durchsetzen (Zeitungsartikel).
  4. Die Darmstädter Bahnhöfe sind – bis auf den Haupt- und Ostbahnhof – in beklagenswertem Zustand. Die Bahn verspricht seit Jahren Besserung, alleine es passiert nichts.
    Gute Vorschläge seitens der Stadt oder der Bürger werden von der Bahn bestenfalls ignoriert oder sogar bekämft.
    Beispiele: Mehr Zugänge zu den Bahnsteigen (DA Nord), Verlegung eines Haltepunktes in die Nähe der vorhandenen Straßenbahnhaltestelle (DA Kranichstein, Blog), Durchstich einer Unterführung (DA Eberstadt).
  5. Die vor zehn Jahren privatisierte Odenwaldbahn fährt am Rande ihrer Kapazität, vor allem zur Hauptverkehrszeit. Dabei hat die Verkehrswende noch gar nicht begonnen.
    Die Strecke ist größtenteils eingleisig und nicht elektrifiziert. Verspätungen schaukeln sich auf. An wichtigen Schnittstellenbahnhöfen (Babenhausen) warten die DB-Züge nicht auf die Privatbahn und umgekehrt.
    An Planungen zum Ausbau der Strecke ist nicht zu denken.
  6. Drei Bundesstraßen führen mitten durch Darmstadt. An ein Tempolimit auf 30 km/h ist nicht zu denken (Blog). Fußgänger queren ebenerdig und laufen wie die Hasen, weil sie die Unterführungen nicht benutzen wollen.
  7. Wo auch immer etwas saniert wird, werden Fußgängerampeln gebaut. „Sicherheit“ geht vor, und Zebrastreifen sind angeblich nicht sicher.
  8. Die „Verkehrswende-Szene“ in Darmstadt ist sehr klein.
    Die „Aktiven“ kommen hauptsächlich aus dem Umfeld des ADFC, des AStA und der Lokalen Agenda.
  9. Von einem Bürgerticket analog zum Semesterticket hört man nichts. Das „Wiener Modell“ (365-EUR-Jahreskarte) wurde diskutiert, aber aufgrund der Kosten direkt wieder beerdigt.
  10. Straßenbahn-Ausbaupläne in die Region (Weiterstadt, Roßdorf) kommen nicht voran. Es gibt gute Ideen, z.B. zur Stadt-Land-Bahn von ProBahn/VCD. Aber die Region scheint nicht interessiert. Es scheitert meiner Ansicht nach an Kostenfragen und an der Angst, dass die Straßenbahn den Autofahrern Platz wegnehmen könnte. (Machbarkeitsstudie Roßdorf)

c) Unklares

  1. Die DUH hat Hessen für seine unzureichenden Luftreinhaltepläne verklagt, und damit auch Darmstadt. Aktuell wurden die Umweltzone (grün) und ein sehr gutes LKW-Durchfahrtverbot beschlossen. Und ein dubioses „Luftreinhaltung durch Verkehrsverflüssigung“, also LSA-Optimierung und eine Einschränkung der ÖPNV-Bevorrechtigung (ÖPNV soll nur noch freie Fahrt bekommen, wenn er zu spät ist).
    Was (auch bei der Fortschreibung im September 2017) nicht beschlossen wurde: Tempolimit, Pförtnerampeln, Fahrverbote, Citymaut. (Blog)

d) Zukünftiges

  1. Der geplante Radschnellweg Darmstadt-Frankfurt wird finanziell wohl an den Kommunen hängenbleiben. Das bedeutet lange Planungszeiten und ungewisse Realisierungen vor allem der schwierigen Punkte wie Brücken und Kreuzungen.
    Ausserdem wurden die Breiten gegenüber dem Radschnellweg Ruhr pauschal um einen Meter reduziert. (Blog)
  2. Der Lastenradverleih Heinerbike wird wohl Ende 2017 / Anfang 2018 starten. (Blog)

Wege zu einem attraktiven Darmstadt 2030

Attraktivität für Fußgänger erhöhen

  • konsequentes Freihalten der Gehwege von parkenden Fahrzeugen
  • Verzicht auf Zwangs-Wartezeiten an Ampeln („Bettelampeln“)

Attraktivität für Radfahrer erhöhen

  • durchgängige Radverkehrsanlagen
  • Aufhebung von Benutzungspflicht
  • Neuaufteilung der zur Verfügung stehenden Fläche zugunsten des Radverkehrs
  • Ausweisung eines Radroutennetzes abseits der Hauptverkehrsstraßen
  • Errichtung von dezentralen Radabstellanlagen in Wohngebieten
  • flächendeckend Tempo 30, auch auf Hauptverkehrsstraßen

Attraktivität für Autofahrer verringern

  • Verringerung des zur Verfügung stehenden öffentlichen Parkraumes
  • Erhebung von flächendeckenden Parkgebühren
  • Verzicht auf jeglichen Straßenneubau, auch auf bereits fertig geplante Straßen wie die Westtangente
  • Verzicht auf riesige Parkplätze vor Supermärkten durch Anpassung der Stellplatzsatzung
  • Änderung des Stellplatzschlüssels in Wohngebieten
  • Errichtung von Pförtnerampeln.
  • Einführung einer Citymaut

Attraktivität des ÖPNV erhöhen

  • Einführung eines Bürgertickets
  • Planung und Bau von neuen Strecken ins Umland
  • Ertüchtigung der vorhandenen Strecken (z.B. Odenwaldbahn elektrifizieren, zweispurig ausbauen)
  • attraktive Bahnhöfe
  • attraktiverer Takt für die Straßenbahn-Anbindung der Bahnhöfe
  • Einführung von Schnellstraßenbahnen zu wichtigen Umsteigepunkten, z.B. Böllenfalltor

Abhängigkeit vom Auto vermindern

  • Einführung eines Lieferservices mit Lastenrädern
  • Förderung von Carsharing-Parkplätzen im öffentlichen Raum

 

Maßnahmen der Stadt Darmstadt zur Luftreinhaltung

Mit der Vorlage 2017/0257 hat der Magistrat im August 2017 die dritte Fortschreibung des Darmstädter Luftreinhalteplans vorgestellt.

Im Vorlagentext steht ganz vorne:

Um ein mögliches Dieselfahrverbot vermeiden zu können, müssen alle Kräfte an einem Strang ziehen.

Eigentlich dachte ich, es geht um Luftreinhaltung, und nicht um Dieselfahrverbot-Vermeidung. Maßnahmen der Stadt Darmstadt zur Luftreinhaltung weiterlesen

Braunkohle über alles

Diese Woche war ich beim Braunkohletagebau Hambach im Rheinischen Revier. Dort wird munter ein Dorf nach dem anderen abgebaggert. Die politische Grundlage dafür ist u.a. dieses Dokument (PDF „Braunkohlenplan Umsiedlung Manheim“ der Bezirksregierung Köln, 168 Seiten)

Leerstehendes Haus in Manheim, das demnächst abgebaggert wird.

Übrigens wird der weitere Kohleabbau auch damit begründet, dass dank der CCS-Technologie die Kohleverbrennung bald „klimaneutral“ sein wird.. (S. 20+29)
Jaja, CCS ist nicht legal, und es ist auch klar, dass das CO2, welches unter die Erde gepresst wird, irgendwann wieder da rauskommen wird. Aber hauptsache Business-as-Usual.

Braunkohletagebau Hambach

Noch ein schöner Satz aus dem Dokument (S. 22):

Die Braunkohle stellt sich auch der Herausforderung des Klimaschutzes und leistet wichtige Beiträge, damit Deutschland seine Verpflichtungen im Rahmen des Kyoto-Protokolls [..] erfüllen kann.

Die Wurzel unseres Wohlstandes

Was ist die „Wurzel unseres Wohlstandes“?

Die Antwort gab heute Horst Seehofer:

„Ein Verbot des Verbrennungsmotors legt die Axt an die Wurzel unseres Wohlstands“

, sagte der bayerische Ministerpräsident den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Unsere (Noch?)-Kanzlerin Merkel sagte, dass Verbrennungsmotoren eine „Brückentechnologie“ seien.

Auch ihr Herausforderer Martin Schulz sagte:

„Als Brückentechnologie wird es auch den Dieselantrieb noch lange geben“

Quelle: http://www.tagesschau.de/inland/btw17/seehofer-verbrennungsmotor-bedingung-101.html

Wer ein baldiges Ende des Verbrennungsmotors (und der Kohleverstromung) wünscht, sollte also weder CDU/CSU noch der SPD seine Stimme schenken.

Kommentar zum Dieselgipfel

Zum Dieselgipfel Anfang August 2017 wurde schon viel geschrieben.

Deshalb verweise ich hier nur auf den Kommentar der „Zeit“:

http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-08/dieselgipfel-vw-software-bundesregierung-autokonzerne

*** Update 31.8.2017 ***

Inzwischen wurden von der Deutschen Umwelthilfe Rechtsverfahren gegen 45 weitere Städte eingeleitet, in denen die Stickoxid-Grenzwerte regelmäßig überschritten werden.

Pressemeldung der DUH mit Liste der verklagten Städte:

http://www.duh.de/pressemitteilung/deutsche-umwelthilfe-hat-weitere-45-formale-rechtsverfahren-fuer-saubere-luft-in-unseren-staedten-ei/

Pförtnerampeln unerwünscht

In Darmstadt sind die Stickoxidwerte zu hoch. Deshalb müssen Maßnahmen getrofffen werden.

Eine gute Idee sind Pförtnerampeln, also Ampeln, die länger rot sind als der Verkehrsfluss es erfordert. Damit könnte die Anzahl der in die Stadt fahrenden Fahrzeuge reguliert werden.

Ein anderer Begriff dafür ist „Zuflussoptimierung“.

Warum gibt es bisher keine Pförtnerampeln? Pförtnerampeln unerwünscht weiterlesen

Stickoxid-Grenzwertüberschreitung in Darmstadt

In Stuttgart gab es diese Woche ein Gerichtsurteil, welches die Autobauer und Politiker aufschrecken ließ: Fahrverbote bei Überschreitung der Stickoxid-Grenzwerte seien erforderlich!

Das Urteil ist erstmal nicht rechtskräftig, und gilt auch nur für Stuttgart. Dennoch lohnt es sich, die Darmstädter Luftwerte anzusehen. Denn auch in Darmstadt hat die Deutsche Umwelthilfe eine Klage laufen.

Stickoxid-Messwerte Januar bis Juli 2017 in Darmstadt (Station Hügelstraße).
Datenquelle: HLNUG
Grafik: M. Huth

Stickoxid-Grenzwertüberschreitung in Darmstadt weiterlesen

Flugroute Nordverschiebung – Voraussetzungen

Im Darmstädter Norden gibt es Fluglärm, denn eine der Abflugrouten des Frankfurter Flughafens – Amtix (kurz) – führt zwischen Arheilgen und Wixhausen hindurch.

Es gibt den Vorschlag, die Flugroute nach Norden zu verschieben, so dass sie zwischen Wixhausen und Erzhausen liegt.

Was muss passieren, damit diese Route Realität wird? Auskunft des „Forum Flughafen und Region (FFR)“:

  1. Breite Debatte mit den betroffenen Kommunen mit externer, neutraler Moderation.
  2. Sollte das Votum positiv ausfallen und..
  3. sich auch die Fluglärmkommission dem anschließen, wäre es dennoch..
  4. ein langer Verfahrensweg bis zur Realisierung der Verschiebung, für die nicht zuletzt..
  5. das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung sein Plazet geben müsste.

Klingt nicht danach, als ob die Umsetzung vor 2019 kommt..

Ausserdem soll irgendwann die Studie „zweites Schallschutzpaket“ veröffentlicht werden, beschlossen werden, umgesetzt werden.

Quelle: Echo Online

Die Stadt Darmstadt hat Interesse an der Umverlegung, da dann evtl. einige Baugebiete aus der Fluglärmbeschränkungszone fallen.

Ich habe auch ein Interesse an der Umverlegung, da ich derzeit von Fluglärm betroffen bin und nach der Verlegung nicht mehr.

Ohne die Startbahn West hätten wir das Problem natürlich gar nicht..

Radschnellweg Darmstadt-Frankfurt – die Maßnahmen

In der Machbarkeitsstudie zum geplanten Radschnellweg Darmstadt-Frankfurt steht, was an den einzelnen Streckenabschnitten und Knotenpunkten umgesetzt werden soll.

Das Dokument ist mit 320 Seiten sehr ausführlich. Ich habe versucht, die Informationen aufzubereiten, und eine interaktive Karte erstellt.

Auf der interaktiven Karte kann jeder Streckenabschnitt bzw. jeder Knotenpunkt angeklickt werden. Man kann lesen, was dort geplant ist.

Ich habe eine Videobefahrung gemacht und hier online gestellt. Das Video von Frankfurt wurde aufgrund eines Defekts an der Kamera leider nicht gespeichert.

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zum Nordbahnhof ohne Treppen

Der Zugang zum Darmstädter Nordbahnhof ist nur über Treppen möglich.
Es wird zwar über einen Umbau diskutiert, doch ob wir das noch erleben, ist fraglich.

Eine einfache Maßnahme wäre die Einrichtung eines beschrankten Bahnübergangs von der Straße „Am Nordbahnhof“ zu den beiden Bahnsteigen. Das würde den Pendlern aus Kranichstein den Weg zum Bahnsteig sehr verkürzen, und auch viele Treppenstufen einsparen.

Bahnübergang zu den Bahnsteigen – Vorschlag für die Positionierung. Luftbild: Stadtatlas Darmstadt

zum Nordbahnhof ohne Treppen weiterlesen

Nordostumgehung für Radfahrer

Wenn man von Arheilgen oder Kranichstein Richtung Ostbahnhof / Woogsviertel / Lichtwiese fahren möchte, kann man entweder an der Frankfurter Straße entlang fahren – oder die „Nordostumgehung“ nutzen.

Ich spreche von einer Radhauptroute entlang des Arheilger Mühlchens und der Trasse der Odenwaldbahn, die durch ruhige Wohnviertel führt. Sie ist angenehm und ampelfrei zu befahren. Nordostumgehung für Radfahrer weiterlesen

Gehwegparken im Woogsviertel wird weiter toleriert

Viele Gehwege im Woogsviertel werden als Parkplatz missbraucht. Dies ist illegal, doch die Stadtregierung schaut weg.

Dies soll sich so schnell nicht ändern: in der Magistratsvorlage 2017/0078 zur Einführung der Parkraumbewirtschaftung im Kapellplatzviertel ist ein „Parkraumbewirtschaftungskonzept“ eines Verkehrsplanungsbüros beigefügt, in dem steht (S. 18):

Für das Woogsviertel soll zunächst keine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung eingeführt werden. Stattdessen werden im Folgenden einige Einzelmaßnahmen empfohlen, mit denen zunächst begonnen werden kann. Nach Beginn der Parkraumbewirtschaftung im Kapellplatzviertel sollte die Situation im Woogsviertel beobachtet und das Thema Parkraumbewirtschaftung bei Bedarf angegangen werden.

(1) Kein Gehwegparken entlang der empfohlenen Schulwege

Um für Schulkinder den Weg zur Schule sicher zu gestalten, sollte auf den empfohlenen Schulwegen aus den Schulwegeplänen nicht auf den Gehwegen geparkt werden. Im Woogsviertel sind davon die Kiesstraße und die Soderstraße betroffen. Entlang dieser Straßen sollte das Parken am Straßenrand nur einseitig zugelassen werden. So können die Gehwege frei und die Straßen befahrbar bleiben.

(2) Umwandlung von Straßenzügen in verkehrsberuhigte Bereiche mit Umwandlung der Gehwege in Parkstreifen

Es wird vorgeschlagen, einige Straßenzüge im Woogsviertel in verkehrsberuhigte Bereiche umzuwandeln. Die Gehwege werden dabei in Parkstreifen umgewandelt. Die vorhandenen Grundstückszufahrten und Hauseingänge müssen dabei freigehalten werden. Beispielsweise die Wienerstraße und die Gervinusstraße kämen für diese Maßnahme in Frage, da hier nur eine geringe Anzahl an Parkplätzen wegfallen würde.

Gehwegparken im Woogsviertel wird weiter toleriert weiterlesen

Lindenhofstraße wird zur Flaniermeile

Der Magistrat hat eine Forderung aus dem Bürgerhaushalt 2016 in eine Planung umgesetzt: Die Lindenhofstraße soll zur Flaniermeile werden. In der Magistratsvorlage 2017/0078 zur Einführung der Parkraumbewirtschaftung im Kapellplatzviertel steht:

Die Lindenhofstraße wird westlich der Mühlstraße als Fußgängerzone ausgewiesen, um den Anteil an erfolglosem Parksuchverkehr zu reduzieren und die Konflikte zwischen hohem Fußgängeraufkommen und Parksuchverkehr zu unterbinden. [..]

Zwischen der Mühlstraße und der Zufahrt des Mercksplatzes West wird die Lindenhofstraße als Verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen, um diese Straße als Nahmobilitätsachse zwischen Innenstadt und den östlich gelegenen Quartieren aufzuwerten. Durch diese Veränderungen entfallen in der Lindenhofstraße westlich der Mühlstraße 12 bis 16 Stellplätze.

Ich freue mich sehr über diese Entwicklung, die möglicherweise auch durch die Aktionen des Aktionsbündnisses Verkehrswende beeinflusst wurde.

Die Stadtverordnetenversammlung hat der Vorlage am 11.5.2017 zugestimmt. Dagegen: SPD, FDP, UWIGA. Enthaltung: Die Linke.

Stand 21.9.2017: bisher keine Umsetzung des Beschlusses.

Endlich Radfahrstreifen auf der Heidelberger Straße geplant

Die Heidelberger Straße in Darmstadt ist zwischen Hermannstraße und Landskronstraße für Radfahrer nicht gut zu befahren. Radverkehrsanlagen haben eine schlechte Qualität oder sind gar nicht vorhanden.

Das soll nun geändert werden: gemäß der Magistratsvorlage 2017/0060, im April 2017 vom Magistrat beschlossen, sollen beidseitig Radfahrstreifen eingerichtet werden. Die Planung wurde bereits 2012 begonnen, die Umsetzung soll nach den Sommerferien 2017 erfolgen. Endlich Radfahrstreifen auf der Heidelberger Straße geplant weiterlesen

Lastenräder zur Paketzustellung in Darmstadt

Lastenräder eigenen sich wunderbar zur Paketzustellung – das haben auch einige Paketdienstleister erkannt.

Die Firma GLS wird testweise von April bis Juni 2017 in der Fußgängerzone Darmstadts mit Lastenrad ausfahren. Als Depot dient ein LKW-Anhänger, der auf dem Marienplatz steht (500 m entfernt). Das Fahrrad steht in einem Interims-Depot, eine dauerhafte Lösung muss dafür noch gefunden werden.

Die eingeschränkten Lieferzeiten (bis 12 Uhr) gelten für das Lastenrad nicht. Dies könnte der wichtigste Anreiz für das Unternehmen sein.

Artikel im Darmstädter Echo vom 30. März 2017.

Auch in Frankfurt wird experimentiert – von DHL. Das eingesetzte vierrädrige Gefährt nennt sich „Cubicycle“. (Blogartikel)

Ich wünsche mir von der Stadt Darmstadt, dass bei der Bebauung innenstadtnaher Flächen die Möglichkeit eines Lastenrad-Zwischen-Depots mit bedacht wird. Der Bundesverband der Paket- und Express-Logistik hat eine Studie veröffentlicht, welche Kriterien bei einem solchen Depot zu beachten sind.

Eine weitere Idee ist das Zusammenlegen der Zustellung verschiedener Dienstleister, wie es im Klimaschutzkonzepts der Stadt Darmstadt dargestellt ist. (#80: Aufbau eines City-Logistik-Systems für die Versorgung der Innenstadt)

Verkehrswende für Darmstadt