Meeresspiegel steigt – in Großbritannien werden Dörfer aufgegeben

https://www.tagesschau.de/ausland/klimawandel-dorf-101.html

Fairbourne in Wales soll bis zum Jahr 2045 rückgebaut werden.


Zitat aus dem Bericht:

Die Zahl der britischen Immobilien, die Gefahr laufen, überschwemmt zu werden, wird sich in den nächsten Jahren auf 1,5 Millionen erhöhen.

neue Stellplatzsatzung ist vorbildlich

Wer ein Gebäude errichtet, muss Stellplätze für Kfz und Abstellplätze für Fahrräder nachweisen. Dies ist in der kommunalen Stellplatzsatzung vorgeschrieben.

Nur: wie viele Stellplätze sind zu errichten? Und welche Auswirkungen hat es auf die Verkehrsmittelwahl?

Ich sehe es so: Wenn es viele Parkplätze auf dem Grundstück gibt, ist einerseits weniger Platz für Grün und Kinderspiel, andererseits ist das Auto ganz in der Nähe der Wohnung.

Wenn das Auto ganz in der Nähe ist, wird es auch häufig genutzt.
Wenn das gesellschaftliche Ziel ist, dass weniger Auto gefahren wird, sollte das Auto möglichst weit weg von der Wohnung parken.

Der Mensch nutzt (in der Regel) das Verkehrsmittel, welches am wenigsten Kalorien verbraucht. Damit man die Straßenbahn benutzt, muss der Weg zum Auto länger sein als zur Straßenbahnhaltestelle. So hat man sein Gehirn ausgetrickst. Denn der Fußweg zur Straßenbahn verbraucht nicht so viel Energie wie der Weg zum Auto.

Die Stellplatzsatzungen der hessischen Kommunen unterscheiden sich erheblich. Ein 2015 von mir erstellter Vergleich der Stellplatzsatzungen ergab pro Wohneinheit im Mehrfamilienhaus 0,7 (Offenbach) – 2,0 (Friedrichsdorf) Stellplätze.

In Darmstadt waren es bislang 1,2 Stellplätze.
Wenn die Stadtverordnetenversammlung am 18. Juni der Vorlage 2019/0145 zustimmt, werden es zukünftig 0,9 Stellplätze sein.

 In der neuen Stellplatzsatzung stehen einige Highlights:

  • In Gebieten mit guter ÖPNV-Anbindung reduziert sich die Zahl der herzustellenden Stellplätze.
  • Alternativ können mehr Fahrradabstellplätze errichtet werden.
  • Falls ein Gebäude aufgestockt wird, muss dafür kein Stellplatz nachgewiesen werden.
  • Wenn es im Stadtteil eine Parkraumbewirtschaftung gibt, entfällt die Pflicht zur Stellplatzschaffung.
  • Es müssen mehr Fahrradabstellplätze geschaffen werden. Für Mehrfamilienhäuser z.B. 2,5 statt 2 pro Wohneinheit.

 

Bürgerhaushalt 2019 – Verkehrswende im Fokus

Am 16. Mai sind die Abstimmungen zum ersten Bürgerhaushalt 2019 zu Ende gegangen.

https://da-bei.darmstadt.de/topic/vorschlaege2019#pageid=1&sort=votesum&status=show&number=&title=&attribute78=&attribute65=

Die Top-8 Vorschläge werden bearbeitet.

Es wurden gewählt:

  1. Gehwege für Fußgänger – Gehwegparken ahnden, v.a. wenn weniger als 1m Platz ist (132 Stimmen)
    Ich hatte kommentiert:
    Tut mir leid, aber 1 Meter Restgehwegbreite ist mir zu wenig. Gemäß der Richtlinien sind 2,50 m erforderlich. Eine Mindestbreite zum Gehwegparken unter 1,80 m ist für mich indiskutabel. Bis auf die Breitenangabe ist der Inhalt unterstützenswert.

  2. Blumenwiesen auf öffentlichen Grünflächen (112 Stimmen)

  3. Tempo 30 für die Sicherheit von Fußgängern, Radfahrern (94 Stimmen)

  4. Mehr Grün- und Blumenflächen (91 Stimmen)

  5. Eintrittskarten Staatstheater Darmstadt RMV-Fahrkarte inklusive (85 Stimmen)

  6. Kreuzung Nieder-Ramstädter-Straße / Hochstraße / Mühlstraße verbessern (82 Stimmen)


  7. Autofreier Sonntag (81 Stimmen)
    Weltweit wird am 22.09. der “World Car Free Day” gefeiert. Ein “Autofreier Sonntag” oder “Autofreier Feiertag” würde in Darmstadt ein Bereicherung darstellen. In Kombination mit z.B.: freiem ÖPNV, Verkaufsoffener Sonntag, Heiner Fest, Schloßgrabenfest…

  8. Strom-Energie Einsparung (78 Stimmen)
    Vermeidung von Lichtverschmutzung, dimmen der öffentlichen Straßenbeleuchtung. Vor allem Verbot des “wandernden” Laserstrahls.

Leider nicht gewählt wurde:

Historisches Gehweg-Mosaikpflaster erhalten (76 Stimmen)

Mittelinsel statt Ampel bei Merck finden alle toll

Viele Bedenken gab es für die Idee, eine Fußgängerampel durch eine ca. 150 m lange Mittelinsel zu ersetzen, und Tempo 30 anzuordnen.

Nun, ein Jahr nach dem Umbau, titelt das Darmstädter Echo:

Stau- und unfallfrei kommen Autofahrer, Fußgänger, Radler und auch Straßenbahnfahrer durch die neu gestaltete Frankfurter Straße: Das ist die Bilanz ein gutes Jahr nach dem Start der neuen Verkehrsführung in Höhe der Merck-Zentrale. Rückbau der Autospuren, Tempo 30, freies Überqueren für Fußgänger ohne Ampel: Das funktioniert, sagen heute selbst die schärfsten Kritiker.

https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/staufrei-und-unfallfrei-durch-die-tempo-30-zone_19972227


Aufstehen fürs Klima

Heute war ein großartiger Tag.

Tausende Schüler haben sich die Zeit genommen, um in Darmstadt für eine andere Klimapolitik zu demonstrieren.

Eine so große und bunte Demonstration hat Darmstadt schon lange nicht mehr gesehen! Ich bin mitgelaufen und habe zu und mit den Schülern gesprochen.

Es geht darum, dass sich etwas ändert, und zwar radikal! Die Zeit für einen Wandel läuft uns davon.

Ich finde es großartig, dass endlich die Schüler aufstehen und ihre Stimme erheben. Wir sollten alle mitmachen!

Ich finde es unglaublich, dass so viele Menschen die derzeitige Verkehrspolitik unterstützen. Die Huldigung des Autos, die Huldigung der Arbeitsplätze. Was ist eigentlich wichtig im Leben?

Auf jeder Zugtoilette kann man es lesen: “Bitte verlasse diesen Ort so, wie du ihn gerne vorfinden möchtest.” Vielleicht sollten wir öfters Zug fahren, um diesen wahren Satz öfters lesen und beherzigen zu können.

Luftreinhalteplan für Darmstadt aktualisiert

Der offizielle Luftreinhalteplan für Darmstadt ist ein wichtiges Dokument, denn darin sind die Maßnahmen festgeschrieben, welche die Einhaltung der Luftschadstoff-Grenzwerte sichern sollen.

In früheren Ausgaben des Luftreinhalteplans steht z.B. die Umweltzone oder das LKW-Durchfahrtsverbot. Auch der Umbau von Ampelanlagen für einen besseren Durchfluss wurde dadurch gefordert.

Die aktuelle Veröffentlichung der 3. Fortschreibung (PDF 92 Seiten) hat es in sich:

Durchfahrtsverbote für alte Diesel in Heinrichstraße/ Hügelstraße, Reduzierung der Fahrspuren im Citytunnel, Tempo 30 an einigen Stellen und andere Maßnahmen.

Kommentare können ans Hessische Umweltministerium geschrieben werden.

.. weiterer Text folgt ..

Kein toleriertes Gehwegparken in Karlsruhe mehr

Karlsruhe macht Ernst: Ab sofort gibt es fürs illegale Gehwegparken Knöllchen.

Die Lokalpresse berichtet:

https://www.ka-news.de/parken-karlsruhe./

Über das Projekt habe ich bereits hier berichtet:

Gehwegparken – Vorbild Karlsruhe

Einige Zahlen: 17..20 Überwachungskräfte, täglich 720 / 530 / 460 / 370 Verwarnungen.

Oft zu hören seien Aussagen wie “Endlich freie Gehwege für Fußgänger” und “Jetzt gibt es endlich Transparenz und eindeutige Regeln.”

Weitere Einbahnstraßen freigegeben

Hurra, die Stadt Darmstadt wird bald weitere Einbahnstraßen für Radfahrer in Gegenrichtung freigeben:

Roßdörfer Straße, Gutenbergstraße und ein Teilstück der Pädagogstraße.

Bereits jetzt sind freigegeben: Weyprecht- und die Riedeselstraße sowie die Steinackerstraße.

Quelle: https://www.echo-online.de/lokales/darmstadt/radeln-entgegen-der-fahrtrichtung_19907621

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Grünen bringen ökologisches Grundeinkommen ins Gespräch

Zitat aus heutigen Zeitungen:

Grünen-Chefin Annalena Baerbock sagte, mit dem Klimaschutzgesetz müsse auch eine CO2-Bepreisung kommen. Ein Teil der Einnahmen solle dann als Energiefeld pro Kopf wieder ausgezahlt werden. “Davon würden vor allem Haushalte mit kleineren Einkommen und geringerem CO2-Fußabdruck sowie Familien profitieren.”

Ich freue mich sehr über diese öffentliche Thematisierung eines ökologischen Grundeinkommens.
Ulrich Schachtschneider hatte diese Idee bereits im Jahr 2014 in seinem Buch “Freiheit, Gleichheit, Grundeinkommen” beschrieben.

Schachtschneider nennt seine Theorie “Tax and Share”.
Einen Überblick über das Buch gibt es bei der Encyclopaedia.
Eine Abhandlung zum Thema hat Schachtschneider auf der Degrowth 2014 gehalten.
Schachtschneider hat seine Theorie in einem Vortrag erläutert.
In meiner Radiosendung “Global denken – Lokal handeln” habe ich das Buch rezensiert (ab Minute 27:55).

** Update 26. Januar: auf heise.de ist ein Artikel zum Thema erschienen. **

2°C-Ziel immer schwerer zu erreichen

Zitate aus einem Tagesschau-Artikel von heute.

Eine gute Visualisierung der UNEP-Studie gibt es hier:
https://www.unenvironment.org/interactive/emissions-gap-report/

Kurz vor der UN-Klimakonferenz 2018 warnen Forscher: Die Staaten müssen ihre Bemühungen verdreifachen, wenn sie die Klimaziele erreichen wollen. Immerhin: Noch sei das möglich.

2°C-Ziel immer schwerer zu erreichen weiterlesen

Radschnellweg Darmstadt-Frankfurt – die Maßnahmen

** Hinweis zur Klarstellung: Dies ist ein privater Blog. Ich bin nicht in die Planung des Radschnellweges eingebunden, sondern kommentiere lediglich die bestehende Planung. **

*********************  Update 23.11.2018  *********************
Ich habe im Oktober 2018 eine Videobefahrung der Strecke in Fahrtrichtung Norden durchgeführt. Die einzelnen Abschnitte der Befahrung können über die Karte direkt angesprungen werden.
(Erstveröffentlichung dieses Artikels im Mai 2017)
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In der Machbarkeitsstudie zum geplanten Radschnellweg Darmstadt-Frankfurt steht, was an den einzelnen Streckenabschnitten und Knotenpunkten umgesetzt werden soll.

Das Dokument ist mit 320 Seiten sehr ausführlich. Ich habe versucht, die Informationen aufzubereiten, und eine interaktive Karte erstellt.

Auf der interaktiven Karte kann jeder Streckenabschnitt bzw. jeder Knotenpunkt angeklickt werden. Man kann lesen, was dort geplant ist.

Ich habe eine Videobefahrung gemacht und hier online gestellt. Das Video von Frankfurt wurde aufgrund eines Defekts an der Kamera leider nicht gespeichert.

Radschnellweg Darmstadt-Frankfurt – die Maßnahmen weiterlesen

Urteil zur Luftreinhaltung in Darmstadt vertagt

Der große Tag ist ohne Urteil zu Ende gegangen: nach 7 Stunden Gerichtsverhandlung hat das Land Hessen nun noch vier Wochen Zeit bekommen, sich aussergerichtlich mit DUH + VCD zu einigen.

Eine gute Übersicht über die Situation und ein Interview mit dem Experten Prof. Führ gibt es beim hr:

https://www.hessenschau.de/wirtschaft/entscheidung-ueber-diesel-fahrverbot-in-darmstadt-vertagt,diesel-prozess-darmstadt-100.html

Prof. Führ schlägt vor, dass der Radverkehr in Darmstadt stärker gepusht werden sollte, und dass das Kfz-Parken unattraktiv werden sollte, damit die NOx-Grenzwerte bis Ende 2019 eingehalten werden.

Artikel beim Darmstädter Echo:

Legalisiertes Gehwegparken in Darmstadt: Klage droht

Das legalisierte Gehwegparken wird in Darmstadt auch bei sehr engen Restgehwegbreiten eingerichtet.

Ein Beispiel ist die Hermannstraße vor der Mornewegschule (Grundschule).

Die Hessenschau berichtete heute ausführlich darüber:

https://www.hessenschau.de/gesellschaft/verein-verklagt-darmstadt-wegen-zugeparkter-buergersteige,darmstadt-gehweg-klage-100.html

Zitate aus dem Artikel:

Mit dem Segen der Stadt zugeparkte Gehwege – dieses Problem sei in Darmstadt verbreitet, sagt Stephan Voeth vom Verein Wegerecht. Der sieht das Recht auf seiner Seite und bereitet eine Klage vor dem Verwaltungsgericht vor.

Darmstadts Bürgermeister Rafael Reißer (CDU), der als Ordnungsdezernent für die Parkraumüberwachung zuständig ist, hält das für unrealistisch: “Wenn wir das so machen, fallen in den Stadtteilen rund 50 Prozent der Parkplätze weg.“ Weil der Parkplatzbedarf aber ohnehin schon so groß sei, dulde man das Gehwegparken, solange eine gewisse Restbreite verbleibe.

Ergänzung 19.10.: nun hat auch das Darmstädter Echo berichtet.

Legalisiertes Gehwegparken in der Hermannstraße im Oktober 2018. Restgehwegbreite 90 cm. Die Mauer gehört zur Mornewegschule.

 

Umweltbundesamt fordert Wegfall von Parkplätzen

“Geht doch! Grundzüge einer bundesweiten Fußverkehrsstrategie” –  So lautet der Titel einer Untersuchung für ein Fußverkehrskonzept.

Das Deutsche Institut für Urbanistik hat sie im Auftrag des Umweltbundesamtes verfasst.

https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/2546/publikationen/2018-04_10_texte_75-2018_geht-doch_v4.pdf

Wenn ich die Studie gelesen habe, werde ich sie an dieser Stelle kommentieren.

Sie wurde auch Spiegel-online und auf tagesschau.de erwähnt.

Verkehrswende für Darmstadt