2°C-Ziel immer schwerer zu erreichen

Zitate aus einem Tagesschau-Artikel von heute.

Eine gute Visualisierung der UNEP-Studie gibt es hier:
https://www.unenvironment.org/interactive/emissions-gap-report/

Kurz vor der UN-Klimakonferenz 2018 warnen Forscher: Die Staaten müssen ihre Bemühungen verdreifachen, wenn sie die Klimaziele erreichen wollen. Immerhin: Noch sei das möglich.

Um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, müssen die Länder ihre Anstrengungen laut Experten mindestens verdreifachen. Theoretisch ist es zwar dem UN-Umweltprogramm (UNEP) zufolge immer noch möglich, das Ziel von höchstens zwei Grad durchschnittlicher Erwärmung bis zum Jahr 2100 einzuhalten. Wenn die Länder allerdings so weitermachten wie bisher, werde sich die Erdtemperatur um etwa 3,2 Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung erhöhen – und dann noch weiter steigen, heißt es in dem sogenannten Emissions Gap Report, den das Umweltprogramm vorstellte.

In ihrem Bericht warnen die Autoren: „Mehr als jemals zuvor müssen die Länder jetzt handeln.“

Der Weltklimarat IPCC hatte in einem Sonderbericht zum 1,5-Grad-Ziel Anfang Oktober dargelegt, nötig seien „schnelle, weitreichende und beispiellose Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen“, um dieses Ziel noch zu erreichen. „Wenn der IPCC-Bericht ein globaler Feueralarm war, dann ist dieser Bericht die Brandermittlung“, erklärte UNEP-Vizechefin Joyce Msuya. Die Regierungen in aller Welt müssten schneller und entschlossener handeln. „Wir nähren dieses Feuer, obwohl die Mittel, es zu löschen, in Reichweite sind“, kritisierte sie.

Nach drei relativ stabilen Jahren sei der weltweite CO2-Ausstoß 2017 wieder gestiegen, schreiben die Wissenschaftler in ihrem Bericht. Mit 53,5 Gigatonnen (eine Gigatonne entspricht einer Milliarde Tonnen) CO2 sei der Ausstoß alarmierend hoch und die Spitze noch längst nicht erreicht. Hauptgründe dafür seien ein höheres Wirtschaftswachstum bei langsamerer Abnahme des Energieverbrauchs – vor allem mit Blick auf Kohle.

„Deutschland und Europa könnten hier Führungsstärke zeigen, indem sie die vollständige Treibhausgasneutralität bis 2050 und eine deutliche Stärkung der Emissionsminderungsziele für 2030 festschreiben“, fordert Gunnar Luderer, ein Autor des Berichts und Wissenschaftler am Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Die Autoren riefen dazu auf, technische Innovationen sowie eine geschickte Fiskalpolitik zu nutzen. Wenn Regierungen die Steuerpolitik nutzten, um „Alternativen mit geringen Emissionen zu subventionieren“ und fossile Energieträger zu verteuern, könnten sie damit „die richtigen Investitionen im Energiesektor stimulieren und die Kohlendioxidemissionen deutlich verringern“, erklärte UNEP-Chefwissenschaftler Jian Liu. Auch eine angemessene CO2-Bepreisung sei entscheidend.

Die Naturschutzorganisation WWF Deutschland erwartet von der deutschen Regierung, die Kohlekommission nicht weiter zu behindern. Sie müsse „einen schnellen und großen ersten Schritt beim Kohleausstieg einfordern und ausreichend Mittel für den Strukturwandel bereitstellen“, so der Leiter Klimaschutz und Energiepolitik, Michael Schäfer.

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