Linksabbiegen in der Bismarckstraße wird gefährlich

Die Darmstädter Bismarckstraße wird momentan komplett neu gestaltet. Die Straßenbahn bekommt einen eigenen Gleiskörper. Für Fahrradfahrer wird es zukünftig einen Schutzstreifen geben. (Projektseite der Stadt)

Leider wird für Linksabbieger bisher keine Schutzmöglichkeit vorgesehen.

Umbau der Bismarckstraße im Bereich der blauen Linie. Kreuzung mit der Doliviostraße: Marker.

Wer von Westen kommt, kann an zwei Kreuzungen links abbiegen: in die Doliviostraße und in die Kirschenallee.

Wie man dem aktuellen Lageplan (PDF 3 MB, Stand Nov. 2014) entnehmen kann, führt der Schutzstreifen an der Kreuzung Doliviostraße nur geradeaus.

Ausschnitt aus den Planunterlagen. Kreuzung Bismarckstraße - Doliviostraße
Ausschnitt aus den Planunterlagen. Kreuzung Bismarckstraße – Doliviostraße. Stand November 2014

Wie kann man also links abbiegen? Das Straßenverkehrsamt schreibt mir dazu im Februar 2015:

Die zukünftige Radverkehrsführung an der Kreuzung Am alten Bahnhof verläuft von Westen nach Norden entweder zusammen mit dem Autoverkehr über den Linksabbiegefahrstreifen oder mit indirektem Linksabbiegen auf dem Schutzstreifen am rechten Fahrbahnrand über die Straße Am alten Bahnhof und anschließend über die Furt nach Norden zum Gehweg am rechten Fahrbahnrand der Dolivostraße.

Das Merkwürdige daran ist nun, dass in der ursprünglichen Planung (PDF 3 MB, Stand Juli 2012) noch eine Radwegschleuse vorgesehen war:

Plan Bismarckstr - Doliviostr 2012
Ausschnitt aus den Planunterlagen. Kreuzung Bismarckstraße – Doliviostraße. Stand Juli 2012

Dazu schreibt das Straßenverkehrsamt:

Eine Radwegschleuse haben wir an dieser Einmündung nicht gewählt, weil die beiden Fahrstreifen der Bismarckstraße aus Richtung Westen in getrennten Phasen signalisiert werden und so die Linksabbiegeposition nicht verkehrssicher erreichbar wäre.
Außerdem ist es nicht üblich, eine Radwegschleuse einzurichten, wenn kein regelgerechter Radweg zur Schleuse führt.

Mein Kommentar zum Schreiben des Straßenverkehrsamtes:

  1. Falls es bei der indirekten Führung bleibt, muss am östlichen Ende der Kreuzung eine Aufstellfläche markiert werden. Dies ist bisher nicht vorgesehen.
  2. In der Wilhelminenstraße, Kreuzung Heinrichstraße, gibt es eine Radwegschleuse ohne Radweg. Es ist also möglich, auch wenn es nicht üblich ist.
  3. In den offiziellen Richtlinien gibt es den Vorschlag, zwei vorgezogene Radaufstellstreifen zu markieren:
Beispiel für die Ausbildung von Radfahrstreifen an einer Kreuzung. Quelle: RASt 2006
Beispiel für die Ausbildung von Radfahrstreifen an einer Kreuzung. Quelle: RASt 2006, Bild 105

An der Kreuzung Kirschenallee gibt es übrigens genau die gleiche Problematik.

Ein weiteres Ärgernis ist die Feldbergstraße: diese wird zukünftig an der Bismarckstraße gebrochen: man kann dann nicht mehr die Bismarckstraße kreuzen (nur noch mit Drängelgitter).

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